Was Kabarettistin Eva Eiselt bei Kultur am Dobel in Freudenstadt unter einem schönen Abend versteht.
In einer Zeit, in der sich Künstliche Intelligenz und natürliche Dummheit gute Nacht sagen, wollte sich Eva Eiselt mit ihrem Publikum von Kultur am Dobel „nur einen schönen Abend machen“. So versprach’s die Kabarettistin treuherzig zu Beginn.
Der Abend wurde zwar schön – sehr schön sogar – aber ganz und gar nicht so kuschelig, wie sie es verhießen hatte. Sie ließ es an Deutlichkeit nicht vermissen, vor allem dann, wenn es um Rechte und Wünsche von Frauen und ihre Selbstverwirklichung ging. Wobei Männer – wenn sie überhaupt vorkamen – meist ein wenig trottelig im Weg rumstanden.
Allein im Spotlight auf der Dobelbühne legte sie vor gut besetztem Saal im Stadthaus routiniert und mutig los – und spätestens bei ihren Kaskaden von geistreichen Wortspielereien um Begriffe wie Be- und Hei-raten wussten die Zuhörer, woher der Wind aus ihrem Programm „Jetzt oder Sie“ pfeift.
Dem Publikum stockt zuweilen der Atem
Mal unbekümmert gerade heraus, mal reichlich verquer, mal listig angeschlichen setzt sie ihre Pointen, verblüfft ihr Publikum eins ums andere Mal, dem dann auch zuweilen Atem und Beifall stockt. Wie zur Versöhnung setzt sich Eisel dann wieder an ihr schubladenähnliches Kommoden-Piano und klimpert ein Liedchen, in dem sie sich immer wieder selbst unterbricht, wenn sie sich nicht gerade wie eine Katze räkelt.
Nach der Pause nimmt sie nochmals Fahrt auf, am liebsten im „WoMo“, das Tapetenwechsel mit eigener Tapete verspricht und Eingrenzung fordert, um Freiheit zu bieten. Also das Wohnmobil, in dem man die Toilette gleich unter der Besteckschublade findet. Von da ist es nicht mehr weit zur Familienfeier im gediegenen Ambiente oder zum zugedröhnten Rentier Rudolf.
Zum guten Schluss –nach Stilstudien am lebenden Bein – kann sich der Zuschauer künftig die US-Freiheitsstatue nie wieder ohne Stützstrümpfe vorstellen. Wie versprochen, nur ein schöner Abend, für das sich das Publikum mit herzlichem Applaus bedankte.
Patchwork statt Cabanaz
Das aktuelle Frühlingsprogramm von Kultur am Dobel (KAD) muss geändert werden. Das für den 15. Mai vorgesehene Gastspiel mit der heimischen Gruppe „Cabanaz“ wurde aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Dafür springt die in heimischen Breiten ebenfalls wohlbekannte Gruppe „Patchwork“ mit Sängerin Marianne Martin undihrem Programm „Brasilian Affairs“ ein. Sie verspricht einen fetzigen Soundteppich mit Latinmuster. Das Gastspiel des Duos Sandy Wollasch und Matthias Hautsch am Freitag, 17. April, bleibt davon unberührt.