Sandie Wollasch und Matthias Hautsch wissen bei „Kultur am Dobel“ zu überzeugen.
Ein Konzert, das so richtig in den Frühling passte, gab der in Freudenstadt wohl bekannte Gitarrist Matthias Hautsch mit Sängerin Sandie Wollasch vor gut 60 freudig mitgehenden Zuhörern bei „Kultur am Dobel“ im Stadthaus.
Das Duo tritt seit knapp 30 Jahren gemeinsam auf, hat die neue CD „Livetime Companions“ erarbeitet, die es im Mai präsentieren will. Davon waren jetzt schon zahlreiche Stücke zu hören. Bereits der Einstieg mit einem ebenso stimmungsvollen wie aufregenden „Feeling groovy“ von Paul Simon versprach einen Konzertabend der Gefühle. Und das hielten beide tapfer durch, eingetaucht in ein einfühlsam wechselvolles, mutiges Lichtspiel von Ralf Günther.
Einfachheit mit Genialität
Das Programm glich einem lockeren Schlendern durch die Geschichte der modernen Unterhaltungsmusik, immer wieder jazzig verbrämt von der hellen, zuweilen hart klingenden Stimme von Sandie Wollasch, wie geschaffen für Jazz. Matthias Hautsch ist mit seiner Gitarre ohnehin ein Musikus, der Einfachheit mit Genialität spielerisch zu verbinden weiß.
So konnte es sich das Duo völlig unaufgeregt und sympathisch leisten, die Großen der Musikgeschichte, die ihre Musik beeinflusst und geprägt haben, auf ihre ganz eigene Weise nachzuspielen, ohne im Kopieren hängen zu bleiben. Etwa „What’s love got to do with it“ als späten Gruß an Tina Turner im Rock‘n’Roll-Himmel. Ella Fitzgerald, Mutter des Jazz, durfte in einer atmosphärischen dichten Version nicht fehlen, während sich Frank Sinatras „Something stupid“ als rasender Schweinsgalopp wiederfindet. Van Halens harter Rock’n‘Roll mit Gitarre und Stimme hat Anfang der 80er Hautschs Musikempfinden nachdrücklich geprägt. Sein „fifty one – fifty one“ war ein spätes Dankeschön.
Schnörkellose Soli
Gefühlsbetonte Eigenkompositionen und artistische, schnörkellose Soli auf der Konzertgitarre sowie die geplauderten Geschichten aus dem Musikerleben rundeten den Abend ab. Für den Beifall bedankten sich die Künstler mit einem Gutenachtgruß von ihrer Kinderlieder-CD.