Kultkrimiautor Bernd Leix lehrte das Publikum im Gewölbekeller des Hotels Marktwirtschaft mit seinem neuesten Werk „tannenWEISS“ das Grausen. Dem kulinarischen Genuss tat dies jedoch keinen Abbruch.
Er ist derzeit wieder sehr gefragt – der nach eigener Einschätzung „kriminellste Förster Deutschlands“ Bernd Leix aus Freudenstadt. Auf Lesungen in der Region fühlt er sich am wohlsten, da kennt er sich aus und fühlt sich daheim. Das wirkt sich auch auf seine Auftritte aus, die er als „echte Wellnessabende“ bezeichnet.
So geschehen am Wochenende, wo Leix Kostproben aus seiner jüngsten Veröffentlichung gab. Ein kulinarischer Höhepunkt zur Lesung im denkmalgeschützten Eventkeller der „Marktwirtschaft“ war versprochen worden. Gastronom Oliver Widmann und sein Team ließen es tatsächlich an nichts fehlen, und die emsigen dienstbaren Geister verrichteten ihre schweißtreibende Servicetätigkeit auf dem Weg von der Küche ins Gewölbe mit professioneller Umsicht.
Leix‘ Lesung vor ausverkauftem Haus ergab sich aus dem Zusammenwirken von Oliver Widmann und Thalia-Geschäftsführerin Gudrun Krüper. Beide waren sich einig darin, dass die Lokalität mit ihrem besonderen Ambiente für derlei Gelegenheiten wie geschaffen sei.
Eingestimmt wurden die Gäste mit einem Tannenweiß-Cocktail und herzhaften Rahmfladen-Ecken. Als Geleit zur Vorspeise aus Schwarzwälder Tapas reichte Bernd Leix den ersten Mord. Überhaupt war die Speisenfolge sinnvoll abgestimmt auf Thema und Rahmen des Romans, der in der Schwarzwald-Region spielt.
Aufs Thema abgestimmt
Als Hauptgang wurde Hirsch-Ragout in Wacholderrahmsoße mit Semmelknödel und Preiselbeer-Birne gereicht, die vegetarische Alternative zeigte sich als Spinatknödel in Waldpilzragout à la Crème und geschmolzenen Kirschtomaten. Auch das Dessert aus Tannenhonig-Parfait mit lauwarmen Rotwein-Kirschen und Dominosteinen fügte sich wohlüberlegt ein.
„tannenWEISS“ ist der fünfte Schwarzwaldkrimi unter der Marke SchwarzwaldMarie des Herausgebers Gottfried Keppler aus dem badischen Bühl. Wieder sind die LKA-Kriminalisten Marie Schwarz und Gottfried Wahl von der Ermittlungsgruppe „Schwarzwald“ gefordert, Licht in dunkle Machenschaften und Verbrechen zu bringen.
Leix genießt selbst seine Lesungen – je näher am Publikum, desto besser. Und es bereitet ihm klammheimliche Freude, wenn sich den Lauschenden ab und an die Haare sträuben. Seine Fantasie, so lässt er wissen, „ist so schwarz wie geronnenes Blut“. So soll es vorgekommen sein, dass zarter besaitete Gäste angesichts schonungsloser Gewaltschilderungen fluchtartig die Lesung verließen. Es wird auch gemunkelt, dass ihm einmal eine Besucherin ohnmächtig in die Arme gesunken sei.
Viele Anhänger
„Bei mir isch nix normal“, räumt er ein und wundert sich, dass es Menschen gibt, die das sogar lesen, was er im Keller seines Hauses pfeifeschmauchend in den Computer hackt. Tatsächlich gibt es viele Anhänger seiner inzwischen 17 Krimis.
Für Anfang März nächsten Jahres ist ein neuer Band von Leix aus der Gmeiner-Verlag-Reihe mit dem Karlsruher Kultkommissar Oskar Lindt angekündigt. „Bachrauschen“, so der Titel, greift rätselhafte Todesfälle am Forbach im Zusammenhang mit der Gartenschau Baiersbronn und Freudenstadt auf.
Ist Leix inzwischen allgegenwärtig? Dieser Eindruck könnte durchaus entstehen. So blickt er schon in Lebensgröße als Aufsteller aus so manchem Buchhandlungsschaufenster, unter anderem in der hiesigen Thalia-Filiale, auf die Passanten hinaus.
Das Buch: Bernd Leix: tannenWEISS, Kriminalroman, Edition SchwarzwaldMarie, 262 Seiten kartoniert, 18 Euro.