Christina Schwanitz, Weltmeisterin von 2015 in Peking und dreifache Europameisterin, könnte in Bad Liebenzell das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio buchen. Foto: Eibner

Klein aber fein – aber dennoch ein echter Höhepunkt: "Kugelstoßen im Kurpark" ist am Dienstagabend in Bad Liebenzell angesagt, und in der Starterliste taucht ein ganz prominenter Name auf: Christina Schwanitz.

Die 35-jährige gebürtige Dresdnerin zählt zu den schillernsten Figuren der deutschen Leichtathletik. Nachdem sie 2004 mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften erstmals so richtig im Rampenlicht stand, war sie national und international bei vielen Großereignissen der Leichtathletikszene erfolgreich.

Christina Schwanitz ist dreifache Europameisterin (zweimal Freiluft, einmal Halle) sowie 13-fache nationale Meisterin (sieben Mal Freiluft, sechsmal Halle). Zudem stand sie bei den Olympischen Spielen 2012 in London im Endkampf.

Im vergangenen Jahr hatte sie im Hinblick auf eine optimale Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele in der Hallensaison keine Wettkämpfe bestritten und war auch wegen der durch die COVID-19-Pandemie verspätet gestarteten Freiluftsaison nicht an den Start gegangen. 2021 wurde sie zum sechsten Mal Deutsche Hallenmeisterin und holte Bronze bei den Halleneuropameisterschaften in Toru.ń

Ihre persönliche Bestweite von 20,77 Meter erzielte Christina Schwanitz 2015 beim World Challenge Meeting in Peking. Doch davon ist die Sportsoldatin momentan weit entfernt. Nachdem sie zuletzt verletzungsbedingt die deutsche Meisterschaft verpasst und zudem die Olympianorm von 18,50 Metern noch nicht erreicht hat, will sie die wenigen Möglichkeiten nutzen, um diese Weite zu erzielen.

"Kugelstoßen im Kurpark" könnte für Christina Schwanitz daher zum entscheidenden Wettkampf werden, was das Ticket nach Tokio betrifft.

Welche Bedeutung der Wettkampf in Bad Liebenzell hat, zeigt sich auch daran, dass Bundestrainer Sven Lang vor Ort sein wird. Nicht zuletzt in ihm ruhen auch die Hoffnungen von Christina Schwanitz.

Tobias Dahm aus Neuhengstett als Lokalmatador vor Ort

Lokalmatador bei "Kugelstoßen im Kurpark" ist Tobias Dahm. Der Neuhengstetter, der beim VfL Ostelsheim seine Karriere begonnen hat, startet für den VfL Sindelfingen. Seit Jahren bewegt er sich in der deutschen Spitze. Mit großen Ergebnisse konnte er in diesem Jahr allerdings noch nicht aufwarten. Zuletzt kam er bei der deutschen Meisterschaft in Braunschweig auf 19,10 Meter.

Eine Weite in diesem Bereich darf dem Olympiateilnehmer von 2016 in Rio de Janeiro auch in Bad Liebenzell zugetraut werden. Damit könnte er auch den Wettbewerb gewinnen. Die Olympia-Norm liegt bei 21,10 Meter und ist für Tobias Dahm praktisch nicht zu ererichen.

Ausgeschrieben für das Kugelstoßmeeting in Bad Liebenzell sind insgesamt zehn Wettbewerbe – davon acht im Nachwuchsbereich.

Los geht’s am heutigen Dienstag um 18 Uhr mit den Wettbewerben der männlichen Jugend und der Männer. Im Anschluss sind die weibliche Jugend und die Frauen an der Reihe. Zuschauer sind erlaubt. Der Veranstalter weist darauf hin, dass dennoch Abstand gehalten werden soll.

Echte Höhepunkte in der Leichtathletik, abgesehen von verschiedenen Veranstaltungen der Laufsportszene, sind im Kreis Calw eher selten. Organisator Günther Henne könnte sich durchaus vorstellen, dass sich das Kugelstoß-Meeting in Bad Liebenzell etabliert und sich in den kommenden Jahren immer wieder Spitzenkönner der Szene in Bad Liebenzell ein Stelldichein geben. Voraussetzung freilich ist, dass sich Sponsoren für diese Veranstaltung finden.

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