Die Lunte ist gezündet: Norbert Stockhus will auch in diesem Jahr neue Projekte angehen. Foto: Steinmetz

Der Glatter Künstler Norbert Stockhus arbeitet immer noch täglich im Atelier. An Ruhestand denkt er mit 76 Jahren nicht. Auch für dieses Jahr hat er Projekte.

Der Termin ist gesetzt: „Am 21. April muss Schiltach fertig sein“, sagt Norbert Stockhus. Vier Tage später folgt der „große Moment“, wenn das großformatige Stadtporträt im Schiltacher Rathaus übergeben wird.

 

Mit Unterbrechungen arbeitet der Glatter Künstler seit drei Jahren an dem Stadtbild. Im oberen Viertel der Leinwand gibt es noch einiges zu tun. Dort ist gerade in Umrissen die mittelalterliche Schiltacher Burg zu erkennen.

Die Region in Bildern

Sie existiert schon längst nicht mehr. Wie sie mal ausgesehen hat, zeigt ein Modell. Stockhus hat es sich als Vorlage genommen. Die vielen Fachwerkhäuser der Stadt hat er bereits akribisch gemalt – eine aufwendige Arbeit.

Schiltach soll nun sein letztes große Stadtbild sein. Haigerloch, Horb, Sulz, Rottweil, Bad Saulgau, Glatt hat er schon gemalt. Der Gfrörer-Steinbruch in Fischingen, den er ebenfalls „porträtierte“, hat eine ähnliche Dimension.

Das Mistel-Motiv

Kaum ein anderer Künstler wagt sich an solche Projekte, die nicht nur aufwendig, sondern auch großes Können voraussetzten. Dass bei der Ausgestaltung die künstlerische Kreativität ins Spiel kommt, zeichnet diese Werke umso mehr aus.

Neben solchen Auftragsarbeiten, Porträts gehören dazu, will Stockhus nach Fertigstellung des Schiltacher Stadtbilds wieder mehr eigene Bilder malen. Zuletzt beschäftigte er sich intensiv mit Mistel-Motiven.

Ausstellung im Fürstensaal

Was er als nächstes vorhat, darüber hat er sich noch keine großen Gedanken gemacht. „Das wird sich ergeben“, meint Stockhus. Seinem altmeisterlichen Stil wird er jedenfalls treu bleiben. Er hat sich vom Zeitgeist in der Kunst nie beeinflussen lassen.

Neben der eigenen künstlerischen Arbeit organisiert Stockhus im Glatter Wasserschloss seit 24 Jahren Ausstellungen von Künstlerkollegen. Auch in diesem Jahr wird es im Wasserschloss wieder eine geben: Der in Schwäbisch Hall wohnende Maler Alfred Bast wird vom 5. April bis 29. Juni im Fürstensaal und den Nebenräumen seine Bilder ausstellen. Bast hat wie Stockhus in Stuttgart an der Kunstakademie studiert und vorher ebenfalls das Schriftsetzer-Handwerk gelernt.

Großes Bildhauersymposium

Für dieses Jahr ist aber noch mehr vorgesehen. Im Mai wird Stockhus in der Sulzer Halle 16 einen Radierkurs geben. „Mir macht es Spaß zu zeigen, was Radieren ist und dass es nichts mit Radiergummi zu tun hat“, erklärt er. Andererseits will er, wie er sagt, das Kunstprojekt in Sulz mit seinen Möglichkeiten unterstützen.

Ebenfalls geplant ist im August/September in Glatt ein Bildhauersymposium in der Schloss-Remise. Stockhus reist seit vielen Jahren mit seiner Frau nach Grebenstein bei Kassel zum Bildhauern mit anderen Künstlern. Der mehrtägige Kurs fand 2024 zum Bedauern der Teilnehmer nach 40 Jahren zum letzten Mal statt.

Mit 76 ist lang noch nicht Schluss

Jetzt übernimmt Stockhus die Organisation, bei der er von den bisherigen Veranstaltern jedoch mit Arbeitsmaterialien unterstützt wird. In der offenen Remise, ein idealer Platz für das Vorhaben, können Schlossbesucher den Künstlern auch zusehen. Am Ende des ein- bis zweiwöchigen Kurses soll es eine Ausstellung geben.

Mit 76 Jahren denkt Norbert Stockhus nicht ans Rentnerdasein. Sein Arbeitstag beginnt um 9 Uhr und endet um 21 Uhr. Ideen gehen dem Künstler nicht aus: „Ich will noch etwas anpacken“, sagt er.