Werke des Künstlers Willi Dorn in der Bergstadt und ihre Hintergründe standen im Mittelpunkt eines Vortrags des Vereins für Heimatgeschichte. Darunter war auch ein Mosaik, das Rätsel aufgibt.
Noch vorhandene und auch nicht mehr existente Werke des Künstlers Willi Dorn in der Bergstadt waren Thema eines Vortrags des Vereins für Heimatgeschichte im Theater im Deutschen Haus. Darunter war auch ein Mosaik, das Rätsel aufgibt.
Gehalten wurde der Vortrag von Hansjürg Baumgartner. Erste Station war der alte Friedhof bei der evangelischen Kirche. Die Bronzefiguren am dortigen Granitbrunnen repräsentieren Lebenssituationen des Menschen, zum Beispiel eine Mutter mit Kind in der Nachkriegszeit, einen Gefallenen im Stacheldraht oder den Tod selbst. Das sprudelnde Wasser diene dabei als Sinnbild des Lebens.
Weiter finden sich dort der Soldatenfriedhof und die Abschlussmauer mit Inschriften. Bemerkenswert sei, dass auch ziviler Opfer gedacht werde.
Großes Mosaik an der Robert-Gerwig-Schule
An der Robert-Gerwig-Schule zu finden ist ein großes Mosaik samt zweier Uhren, von denen eine Mondphasen anzeigt. Das Mosaik bildet unter dem Motto „Aus der Mitte heraus zum Leben“ zum Beispiel Uhrenträger und Zahnräder als Zeichen für die beginnende Industrialisierung ab. Ein Mosaik in der Eingangshalle wiederum zeigt den Grundriss des ehemaligen Klosters.
Drittes Werk war ein für die alte katholische Kirche geschaffener Altarstein, der in die neue Kirche übernommen wurde und mit „die Opferung Isaaks“ betitelt ist. An Faltenwürfen und Engelsflügeln sehe man sehr schön typisch dornsche Kurvenlinien.
Relief mit Menschen aus Handel und Landwirtschaft
Im Treppenhaus der Jugendmusikschule, ursprünglich für die dortige Handelsschule angefertigt, findet sich ein Relief mit Menschen aus Handel, Handwerk und Landwirtschaft. Es sei ein Zeitdokument, so Baumgartner, der auf den heute nicht mehr anzutreffenden Ziegelträger verwies. Ebenfalls im Gebäude ist ein farbiger Wandbrunnen, dessen glasierte Keramikplatten Dorn im eigenen Brennofen hergestellt hatte.
Farbige Wandkeramik
Sehr abstrakt ist eine farbige Wandkeramik an der Rupertsbergschule. Der Rathausbrunnen schließlich mutet in der Form als schneebedeckte Tanne an und besteht aus kristallinem Marmor, der einzig im Peccia-Tal im Tessin vorkommt. Ein besonderes Merkmal ist die Wasserführung per Bohrungen in den Steinen, die an den Verbindungsstellen mittels Kupferrohr und Flüssigkunststoff realisiert wurde.
Baumgartner stellte mehrere nicht mehr existente Werke vor, zum Beispiel einen Brunnen, der im alten Lorenzhaus stand und bei dem durch Wasserfluss über 15 Aluminiumschalen metallische Töne erzeugt wurden. In der früheren Dual-Kantine gab es ein Mosaik das ein vor dem Metzger fliehendes Glücks-Schwein zeigt.
Rätselhaftes Bild
Rätselhaft ist das Dia eines Mosaiks, das den Heiligen St. Georg im Kampf gegen den Drachen zeigt und zu dem es keinerlei weitere Angaben gibt. Ute Scholz vom Theater kam das Motiv bekannt vor und sie vermutete deshalb, dass es sich im ehemaligen Krankenhaus befunden haben könnte. Baumgartner und der Verein für Heimatgeschichte würden sich über Hinweise zu dem Mosaik freuen.