Heute, sagt Rekovic, setze ihn der Erfolg von damals auch unter Druck. Schließlich messe man sich fortan an diesen gigantischen Zahlen. Foto: Jäger

Vor sieben Jahren gelang dem Calwer Künstler Miralem Rekovic mit seinem Song „Moet“ ein Mega-Hit. Jetzt setzt er alles daran, eine der bekanntesten deutschen Casting-Shows durchzuspielen. Doch der Weg an die Spitze ist lang.

Gelassen und mit einem leichten Lächel erzählt Miralem Rekovic von seinem großen Erfolg. Es war 2018 da fiel der Calwer Musiker, damals noch unter seinem alten Künstlernamen „Novac“, aus allen Wolken – denn die Aufrufzahlen seines Songs „Moet“ explodierten.

 

Bis heute haben mehr als 3,2 Millionen Menschen seinen großen Hit auf Spotify gestreamt. Jetzt steht ihm möglicherweise das nächste große Ding ins Haus: ein Auftritt bei der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS).

„Sie fragten: Wer ist das? Und: Wo gibt’s den Song?“

Alles hat damit begonnen, erinnert sich Rekovic , dass er damals mit „Moet“ bei der „Big FM Newcomer-Show“ mitgemacht hat. Daraufhin riefen begeisterte Menschen bei dem Sender an. „Sie fragten: Wer ist das? Und: Wo gibt’s den Song?“, erzählt Rekovic.

Damals sei er noch sehr unerfahren gewesen, meint er. In der Promotion seines Songs hätte er falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte. Erst zwei Wochen nach der Newcomer-Show erschien der Song auf Spotify und noch einmal zwei Wochen später kam dann das Musik-Video. „Aber trotzdem hat sich das irgendwie durchgeboxt.“

Für Newcomer wird es immer schwerer

Plötzlich spielten auf der ganzen Welt Menschen seinen Hit. „Ich hab Videos aus Griechenland, aus der Türkei bekommen – aus irgendwelchen Hotelanlagen, wo der Song lief“, erzählt er. „Und ich hab dann irgendwann meinen Kumpel angerufen, weil ich die Streamingzahlen gesehen habe und hab gefragt: Sag mal hast du da irgendwas manipuliert?“

Doch es war echt. Drei Monate nach dem Song-Release ging es los. Da waren es auf einmal tausend Klicks mehr, dann 30 000 mehr. Irgendwann waren es 100 000 mehr und die Aufrufzahlen stiegen weiter und weiter – und stehen heute bei mehr als 3,2 Millionen Streams auf Spotify. „Ich bin selber aus allen Wolken gefallen“, erinnert er sich.

„Wir haben es nie mehr so hingekriegt wie das eine mal“

Seit damals habe sich die Musikindustrie verändert, erklärt Rekovic. Sein Künstlername ist heute „Crnisin“. Für kleinere Künstler wie ihn selbst sei es noch schwerer als früher schon, sich einen Namen zu erarbeiten. „Aber wir haben trotzdem investiert, wir haben gemacht und getan“, erzählt er, „Die Einnahmen von ‚Moet‘ haben wir fast komplett wieder in die Musik investiert. Aber wir haben es nie mehr so hingekriegt wie das eine mal.“

Auf der anderen Seite: Wenn man es einmal geschafft hat, warum sollte man es nicht noch einmal schaffen, meint er. „Und das war dann auch das, was mich zu diesem DSDS-Ding gebracht hat.“

Erfolgreiche erste Runde und der lange Weg ins TV

Es habe sich einfach ergeben, erzählt er schmunzelnd. Das eine kam zum anderen. „Ich hätte mir früher niemals gedacht, mal ins Fernsehen zu gehen. Doch in dem Fall war es so, dass spekuliert wurde, ob Bushido in der Jury mit dabei ist. Und er war für mich immer ein Kindheitsidol.“

Rekovics Onkel habe ihn dazu ermuntert. „Warum machst du das denn nicht?“, habe er gefragt. Und: „Probier es doch einfach mal. Du hast doch dabei nichts zu verlieren.“ Noch am selben Abend reichte Rekovic seine Bewerbung ein und erhielt daraufhin die Einladung zu einem Online-Casting.

„Ich habe ein gutes Gefühl“

Und das lief wohl ganz gut, erklärt er: kein Textproblem und keine Schwierigkeiten mit der Performance. „Und das Internet ist auch nicht ausgefallen“, lacht er. Wie es für ihn weitergeht, wird jetzt intern bei RTL beraten. Doch Rekovic meint: „Ich habe ein gutes Gefühl.“

Die Idee zu DSDS sei spontan entstanden, erklärt er, habe sich jetzt aber zu einer Herausforderung entwickelt, der er sich gerne stellen will. Es gebe noch einige Schritte zu bestehen, bevor es ins TV geht. Doch jetzt gelte es, so Rekovic: Weiter kommen und vor der Jury bestehen. „Wenn man nachher darüber reden kann, dass das einer hier aus Calw geschafft hat oder sich getraut hat – das würde mich schon stolz machen.“