Das Das Echo ist einhellig: Donald Trumps Forderung nach fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung stößt in Deutschland auf Widerspruch. Also alles wie gehabt?
Dieser Donald Trump! Noch zwei Wochen von der Rückkehr ins US-Präsidentenamt entfernt, gibt er Amerikas Nato-Partnern schon den ungebetenen und merkwürdigen – aber dringenden – Rat, mindestens fünf Prozent ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu stecken. Das wären im Falle Deutschlands auf aktuellem Stand mehr als 206 statt gut 53 Milliarden Euro.
Was sich gegen Trumps Forderung einwenden lässt
Aus keinem konkreten Bedarf abgeleitet, für eine Armee von nicht einmal 200 000 Soldaten weit überdimensioniert und von den Planungskapazitäten der Bundeswehr nicht haushaltsrechtlich sauber umsetzbar – all das lässt sich gegen Trumps Zahl einwenden. Entsprechend einhellig negativ tönt das Echo aus den deutschen Parteien.
Der alte Trump-Reflex ist also wieder voll intakt: Die Anmaßungen dieses Mannes machen es so schön leicht gegen das zu sein, was er sagt. So macht er es den Deutschen, bei denen er besonders schlecht gelitten ist, wieder bequem.
Auf breiter Panzerkette Grenzen verschoben
Bequem im Umgang mit der äußerst unbequemen Wahrheit: Dass Deutschland fast elf Jahre, nachdem Russland damit begonnen hat, auf breiter Panzerkette Grenzen in Europa zu verschieben, immer noch meilenweit davon weg ist, rund drei Prozent der Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu stecken wie im letzten Jahrzehnt des Kalten Krieges. Und das trotz vergleichbaren Wohlstands und mindestens so konkreter Bedrohung wie damals.