Der Schaubrüter der Empfinger Kleintierzüchter war dicht umlagert: Alle wollten den Moment erleben, wenn ein Küken aus dem Ei schlüpft. Foto: Herold Schwind

Küken und junge Kaninchen waren am Ostermontag die Attraktion beim „Kükenschlupf“ auf der Anlage der Kleintierzüchter.

Ein besonderes Erlebnis bot sich den Besuchern am Ostermontag in der Zuchtanlage des Kleintierzuchtvereins Empfingen am Tälesee. Bei bestem Frühlingswetter stürmten Massen in die Anlage, um den Kükenschlupf hautnah mitzuerleben.

 

Schon am Eingangstor der Zuchtanlage hörte man Hähne krähen und Hühner gackern, es war ungewöhnlich laut in der Anlage. Kein Wunder, denn bei den Empfinger Kleintierzüchtern ist der Ostermontag traditionell dem Kükenschlupf vorbehalten.

Besonders groß war die Begeisterung bei den jüngsten Besuchern. Neugierig versammelten sie sich um den Schaubrüter und konnten zusehen, wie neues Leben entsteht. Im Gegensatz zur Naturbrut, bei der die Henne und die Umgebung für die richtige Temperatur, Luftfeuchtigkeit und das Wenden der Eier sorgen, übernehmen diese Aufgaben bei der Kunstbrut der Brutapparat und der Züchter selber.

Der Anziehungspunkt für Jung und Alt war am Ostermontag der Kükenschlupf, bei dem auch im Freien das schöne Wetter genossen wurde Foto: Herold Schwind

Vor genau 21 Tagen, so lange dauert die Brut, hatten die Kleintierzüchter 300 Eier in den Brutapparat gelegt, und so schlüpften die Küken zeitgenau am Ostermontag aus. Die ersten der Vögelchen durchbrachen ihre Schalen und schlüpften vor den Augen der Besucher, die den Schlupf durch die Sichtfenster des Brutapparats direkt und mitverfolgen konnten.

Erst mal wird leicht gepickt

Der Schlupf kündigt sich meist durch ein leichtes Anpicken der Eierschale sowie leise Piepsgeräusche an. Anschließend befreien sich die Küken Schritt für Schritt ins Freie, bis sie aus der Eierschale purzeln und noch nass, erschöpft und ziemlich hilflos auf dem Boden liegen. Doch das ändert sich relativ schnell. Noch ein wenig wackelig auf den Beinen, erkunden sie die neue Welt um sich herum und picken bereits nach etwas Fressbarem.

Kinder sind begeistert

„Darf ich eines von den Küken streicheln“ – das war an diesem Tag mehrfach von den Kindern zu hören. Dem Wunsch kamen die Empfinger Kleintierzüchter gerne nach und öffneten den Brutapparat mehrfach, so dass die Kinder die flauschigen Wollknäuel behutsam in den Händen halten oder sie einfach nur streicheln konnten. Unweit des Schaubrüters konnten die Kinder zudem kleine Kaninchen bestaunen. Die Tragzeit dieser Tiere beträgt etwa 31 Tage. Wobei neugeborene Kaninchen zunächst vollkommen auf die Fürsorge ihrer Mutter angewiesen sind. Sie kommen nackt und nicht sehend zur Welt und verfügen lediglich über den Instinkt, die Zitzen der Mutter zu finden und zu trinken. Die kleinen Tiere sorgten bei den jungen Besuchern für große Begeisterung. „Mami, Mami, sind die nicht süß – bekomme ich so eins?“, fragte ein Mädchen voller Begeisterung. Ein kleiner Junge reagierte sogar mit Tränen, als seine Eltern ihn schließlich vom Kaninchenstall zum Heimgehen abholen wollten.

Die Küken wuselten eifrig herum, zur Freude vieler Kinder. Foto: Herold Schwind
Küken verschiedener Vogelarten schlüpften bei den Kleintierzüchtern aus. Foto: Herold Schwind
Neben den Küken gab es auch Kaninchen zu bestaunen. Foto: Herold Schwind

Aus der Überlieferung

Die Verbindung von Osterhasen und Küken mit Ostern hat vor allem mit Symbolik rund um Frühling, neues Leben und Fruchtbarkeit zu tun. Der Hase vermehrt sich im Frühling besonders schnell und gilt seit Jahrhunderten als Symbol der Fruchtbarkeit. Schon in vorchristlichen Zeiten stand der Hase deshalb für neues Leben und wurde später mit dem Osterfest verbunden.

Aber auch Küken gehören zu Ostern dazu. Sie schlüpfen aus Eiern, einem der wichtigsten Ostersymbole, die im Christentum die Auferstehung von Jesus Christus symbolisieren.