Das Tefifon ist findet sich im Kubus in Empfingen. Foto: Jürgen Baiker

In der Zeit des Wirtschaftswunders in den 1950er Jahren explodierte die Nachfrage nach Radio- und Phonogeräten.

Wer kennt sie nicht mehr? - Weltmarkennamen vergangener Zeiten wie SABA, WEGA, Metz, Nordmende, Grundig oder DUAL. Hier handelt es sich jedoch um ein weniger bekanntes Unterhaltungsgerät – dem „Tefifon“.

 

Das Tefifon wurde vom ‚Tefi-Apparatebau‘ in Porz am Rhein (heute Köln-Porz) entwickelt und von 1950 bis 1965 vertrieben. Es ist ein Bandgerät, aber nicht für Magnetbänder sondern für Schallbänder.

Als Nachfolger für die Schellackplatte vorgesehen

Es sollte die Schellackplatte ablösen, denn es hatte den Vorteil, dass sein Endlos-Schallband mit einer technisch raffinierten Mechanik, eine längere Spieldauer erlaubte und deshalb oft in Gaststätten oder Bars für Hintergrundmusik zum Einsatz kam.

Als nachteilig erwies sich, dass Lieder nicht gezielt angesteuert werden konnten. Es gab nur die Möglichkeit eines ungenauen Spur- beziehungsweise Rillenwechsels, aber das bereits mithilfe einer kabelgebundenen Fernbedienung. Die Funktion, das Band vor- oder zurückzuspulen, fehlte ebenfalls. Das Tefifon hatte hohe Absatzzahlen, konnte sich aber gegenüber dem Magnet-Tonbandgerät nicht behaupten, weil dieses dem Besitzer zusätzlich ermöglichte, eigene Aufnahmen zu machen. Dazu kam die Weiterentwicklung von der Schellackplatte zur Vinyl-Schallplatte. Sowohl die LP als auch die Single waren einfacher zu handhaben und erschwinglicher – außerdem überzeugte die bessere Klangqualität.

Das in Empfingen zu sehende seltene und voll funktionstüchtige Exemplar stammt aus dem Besitz von Jürgen Baiker. Es steht im Kubus. Er hatte es von seinem Vater Andreas Baiker (*1919 – †1991) geerbt, der aus Empfingen stammte und in Horb wohnte. Andreas Baiker war der Zwillingsbruder von ‚Schorsch-Beck‘ Georg Baiker.

Mit Empfingen immer in Verbindung geblieben

Bedingt durch eine schwere Kriegsverletzung beschäftigte er sich intensiv mit dem deutschen Sozialrecht. So wurde er auch zum Ansprechpartner vieler Empfinger Bürger, die seinen Rat in Horb suchten und so stets mit Empfingen in Verbindung blieb.