Besondere Ehre für das KSK: Das Kommando Spezialkräfte erhielt gleich drei Fahnenbänder „Einsatz“. Generalmajor Dirk Faust (links) befestigt die Bänder an der Fahne, die von KSK-Kommandeur Brigadegeneral Alexander Krone gehalten wird. Foto: KSK

Gleich drei Fahnenbänder „Einsatz“ erhielt das Kommando Spezialkräfte in einer besonderen Zeremonie. Und es gab noch weitere Auszeichnungen.

Eine besondere Ehre wurde jetzt dem in Calw stationierten Kommando Spezialkräfte (KSK) zuteil. „Seit 2022 erhalten Verbände Fahnenbänder als Auszeichnung für herausragenden Einsatz“, erläuterte Generalmajor Dirk Faust, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, zu der auch das KSK gehört.

 

Er war eigens für die Zeremonie aus dem hessischen Stadtallendorf angereist. Zudem nahmen zahlreiche Vertreter von Bundeswehr, anderen Organisationen, der Politik teil – auch Vertreter der US Army und der niederländischen Streitkräfte waren unter den Ehrengästen. Die Kommunen vor Ort wurden vertreten durch den Calwer Oberbürgermeister Florian Kling sowie Rüdiger Klahm (Althengstett) und Ryyan Alshebl (Ostelsheim). Für den Landkreis war der Erste Landesbeamte Frank Wiehe vor Ort, auch Staatssekretär Thomas Blenke ließ sich den Besuch beim KSK nicht nehmen.

Hohe militärische Auszeichnung

„Die Verleihung eines Fahnenbandes ist eine der höchsten Auszeichnungen für einen militärischen Verband“, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite. Oftmals gilt sie als sichtbares Zeichen der Anerkennung, zum Beispiel eines Bundeslandes, gegenüber dem dort beheimateten Militärverband. Weiter ist auf bundeswehr.de zu lesen: „Mit dem Fahnenband Einsatz werden die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten in zahlreichen Auslandseinsätzen und anerkannten Missionen gewürdigt. Diese militärische Auszeichnung wurde einst durch den Inspekteur des Heeres ins Leben gerufen. Es ist die höchste für einen Verband und honoriert in der Öffentlichkeit den Dienst der Männer und Frauen.“ Auf dem Fahnenband wird für jeden Einsatz eine Plakette mit Namen des Einsatzes und Jahreszahl angebracht.

Die meisten der bereits ausgezeichneten Verbände seien für „eine Hand voll“ Einsätze geehrt worden. „Einzig das KSK erhält gleich drei Fahnenbänder mit 60 Einsätzen in der 30-jährigen Geschichte“, so Faust weiter, der sich dann an die angetretenen Kommando-Soldaten wandte: „Sie und Ihre Vorgänger waren so häufig die Ersten“ und seien der schärfste Teil der Speerspitze gewesen, im Kosovo, in Afghanistan, Mali, Niger „und an vielen anderen Orten“. „Kein Verband der Bundeswehr kann auf mehr Erfahrung zurückblicken als der Ihre“, so der Generalmajor weiter. Das sei„Einzelpersonal bis zu verstärkten Gefechtsverbänden aus mehreren Kommandokompanien“ gewesen. So habe man mehrfach Kriegsverbrecher auf dem Balkan festgesetzt oder sei bei der Rettung Deutscher im Einsatz gewesen, etwa im Libanon.

Einiges ist Verschlusssache

Geehrt wird der Verband für 60 Einsätze – damit überholt das KSK direkt alle anderen Bundeswehrverbände. Doch das dürfte nicht alles gewesen sein: „Einiges muss ungesagt bleiben, weil es Verschlusssache ist“, so Faust weiter. Das Fahnenband sei die höchste Anerkennung für die Truppe, so der Generalmajor weiter. Denn: „Die Fahne ist die Manifestation der Seele des Verbandes“ und sei „über Generationen hinweg identifikationsstiftend“. Man stehe vor neuen Aufgaben, aber „Erster zu sein ist für das KSK nicht neu“, so Faust, der den Soldaten zurief: „Seien Sie stolz auf Ihre Leistung!“

Das erste Abzeichen auf dem Fahnenband erinnert an die Beteiligung des KSK an der UN-Friedensmission SFOR ab 1996 in Bosnien-Herzegowina. Hier gelang es einem Kommandotrupp im Rahmen der Operation „Kilo 1“ am 15. Juni 1998, einen Kriegsverbrecher, der für die Ermordung und Folterung von Dutzenden Menschen verantwortlich war, festzusetzen und somit die Voraussetzung für die Überführung an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu schaffen.

„Ehre, wem Ehre gebührt!“

Nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 war das KSK fast durchgängig in Afghanistan im Einsatz. Im August 2021 sicherte das KSK den Abzug deutscher Truppen aus Kabul mit ab und rettete deutsche Staatsbürger sowie weitere Schutzbefohlene, die es nicht mehr zum Flughafen geschafft hatten. Zwei Kommando-Soldaten wurden dafür später von Verteidigungsminister Boris Pistorius mit dem Ehrenkreuz für Tapferkeit, der höchsten Auszeichnung der Bundeswehr, ausgezeichnet.

„Ehre, wem Ehre gebührt!“ Mit diesen Worten begann Blenkes Grußwort. Er bezeichnete das KSK als Eliteeinheit und zeigte sich „froh und stolz, Sie hier in Baden-Württemberg, in Calw unter uns zu haben“. Blenke versicherte: „Sie sind hier bei Freunden.“

Gerade in der heutigen Zeit brauche es „eine starke Bundeswehr, es braucht ein starkes KSK, um uns gegen die Bedrohung unserer Demokratie zu wappnen. Wer das nicht kapiert hat, dem ist nicht mehr zu helfen.“

Neben der Verleihung der Fahnenbänder gab es auch einige persönliche Auszeichnungen für einzelne Kommandosoldaten. Sie erhielten die Einsatzmedaille der Bundeswehr in Bronze für verschiedene Einsätze im Jahr 2023, eine militärische Evakuierungsoperation (MilEvakOp) im Sudan und als sie nach den Angriff auf Israel zur Rettung deutscher Staatsbürger bereit gestanden hatten (Gulfstream).