Die Krone in Grosselfingen hat auf Anmeldung geöffnet wie üblich. Geschlossen ist der Gastro-Betrieb erst ab dem 1. Januar 2026. Ausschlaggebend waren finanzielle Gründe.
Seit sechs Generationen befindet sich das Gasthaus Krone im Besitz der Familie Beck. Nun wollen Gabriele und ihre Tochter Sarah das Gebäude verkaufen und den Betrieb aufgeben. Die nächsten Monate bleibt jedoch alles wie bisher: Letzter Öffnungstag der Krone ist am 31. Dezember 2025.
Private Veranstaltungen jeglicher Art in zwei Räumen und Catering/Partyservice für bis zu 120 Personen sind bis dahin möglich. Gabriele und Sarah Beck kündigen bereits Veranstaltungen mit Christian von den Klostertalern im Oktober und der Band „3Klang“ im November an.
Es geht augenscheinlich erstmal alles so weiter wie bisher. Derweil wird das komplette Gebäude verkauft, zu dem auch zwei Wohnungen gehören. Künftige Eigentümer können es als Gastronomiebetrieb weiterführen oder es zum Mehrfamilienhaus umbauen.
In den vergangenen Jahren folgte „Krise auf Krise“
Gabi und Sarah Beck tut dieser Schritt „im Herzen wahnsinnig weh“, zumal doch ihre Vorfahren die Krone über Generationen hinweg betrieben hatten.
Allerdings gab es zum Verkauf keine Alternative, denn es sind die veränderten Rahmenbedingungen, die den Weiterbetrieb auf Dauer nicht mehr möglich machen.
Wie Sarah und ihre Mutter auf Nachfrage berichten, folgte in den vergangenen fünf Jahren „Krise auf Krise“. Am Anfang stand die Corona-Pandemie, die ein „absolutes finanzielles Fiasko“ für die Krone geworden ist.
Ein Schicksalsschlag in dieser Zeit war der Tod von Alfred Beck. Plötzlich fehlte der Ruhepol des Hauses, das „Genie in der Küche“, seine Arbeitskraft, ganz abgesehen vom menschlichen Verlust als Mann und Papa.
Zu schaffen machten Gabi und Sarah Beck danach auch die gestiegenen Preise, zum einen für Waren, zum anderen für den Unterhalt des Gebäudes. Hinzu kamen neue Vorschriften, mehr Abgaben und sehr viel Bürokratie die zwingend umgesetzt werden mussten. Auch Gabriele Beck, die selbstständig ist, hatte immer höhere Ausgaben zu tragen.
Nicht an Willen und Motivation gescheitert
All das zusammen erzeugte unausweichlich höhere Kosten, die auf Dauer kaum zu stemmen sind. Zu all dem sind auch im privaten Umfeld vieler Gäste die Kosten gestiegen: „Unsere Gäste können sich größere Feste kaum noch leisten“, sagen Gabi und Sarah Beck.
Beide betonen, dass die Entscheidung, die Krone zu schließen, nicht an Willen oder Motivation scheiterte. Es sei vor allem die finanzielle Seite, die den Ausschlag für die Entscheidung gegeben hatte.
Dass insbesondere das Gastro-Gewerbe generell unter Druck steht, ist bekannt. Landauf landab schließen zahlreiche Bewirtungsbetriebe, ab dem 1. Januar 2026 auch die Krone in Grosselfingen. Gabriele und Sarah Beck: „Wir danken unseren Gästen für die langjährige Treue und allen, die besonders in den vergangenen fünf Jahren zu uns gehalten haben.“