Das Traditionshaus hat seit 1978 geöffnet. Foto: Jonathan Kopf

Beffendorf droht ein weiterer großer Verlust. Das Gasthaus Krone schließt zum 1. Oktober seine Küche. Doch wenn es nach Wirtin Margarita Jochem geht, soll das Traditionshaus zumindest noch gelegentlich ein Ort der Geselligkeit bleiben.

Oberndorf-Beffendorf - Margarita Jochem kommt schnell auf den Punkt: "Es herrscht akuter Personalmangel." Ihr Koch wird die Krone zum 1. Oktober verlassen, um sich neuen Dingen zu widmen. Bereits seit einem halben Jahr sucht sie nach einem Nachfolger – ohne Erfolg, bisher habe sich nichts ergeben.

Keine Arbeitskräfte

Doch auch sonst fehlen die Arbeitskräfte, um den Restaurantbetrieb aufrechtzuerhalten. Und das ist nicht erst seit Corona der Fall, auch wenn die Pandemie eine enorme Herausforderung darstellte. Schon vor 13 Jahren, als sie auf der Suche nach einem Koch war, habe es nur einen Bewerber, ihren derzeitigen Koch, gegeben.

Wenn dieser nicht gewesen wäre, hätte sie schon damals an eine Schließung denken müssen. "In der Gastronomie muss man dann arbeiten, wenn andere frei haben. Heutzutage will das kaum jemand machen", sagt sie.

Seit 1978 geöffnet

Jochems Eltern haben das Gebäude in den 70er-Jahren gekauft. Nach einer Sanierung wurde das Gasthaus 1978 eröffnet. Ursprünglich war das rund 200 Jahre alte Gebäude eine Stallscheune. Das Gasthaus hat 18 Zimmer. Übernachtungen mit Frühstück werden auch weiterhin angeboten.

Jochem hat ihr Fach von der Pike auf gelernt und legte 1989 ihren Hotelmeister ab. Nach der Ausbildung in Freudenstadt war sie in verschiedenen Häusern im In- und Ausland tätig.

Im Jahr 2000 hat sie die Krone von ihren Eltern Beda und Gertrud übernommen. Entsprechend viel bedeutet ihr das Gasthaus, der Familienbetrieb liegt ihr am Herzen. Und auch die Gäste werden ihr fehlen, sagt Jochem.

"Damit das hier nicht ganz verloren geht"

Konkrete Pläne, wie es weitergehen soll, hat sie noch nicht. Ihr Wunsch wäre es, dass das Traditionshaus zumindest gelegentlich noch ein Ort der Geselligkeit bleibt, dass die Gaststätte in irgendeiner Form weiter betrieben wird. Sie könne sich vorstellen ab und zu auf Anfrage noch einen Stammtisch oder kleinere besondere Anlässe zu bewirten. "Damit das hier nicht ganz verloren geht."

Dass sie jetzt noch kurzfristig einen Koch findet, könne sie sich nicht vorstellen. "Aber ich lass mich überraschen", sagt sie und lacht. "Ich glaube allerdings, dass es nicht mehr so sein wird, wie es vorher war."