Diskussionen gibt es um die Aufstellung von Fotoautomaten in den Bürgerbüros. Foto: Schwarzwälder Bote

Als wichtige Maßnahme zum Erhalt der Fotogeschäfte versteht Leser Thomas Feder den Umgang der Freien/Neuen Liste mit den von der Stadtverwaltung Schramberg bestellten Fotoautomaten.

Passbilder dürfen seit 1. Mai nur noch digital von den Rathäusern angenommen werden. Es gibt daher die Möglichkeit, künftig auch im Bürgerbüro direkt biometrische Bilder machen zu lassen und das alles, an hierfür bereitgestellten Automaten, die vom Rathauspersonal bedient werden. Respekt vor der Freien Liste/Neuen Liste im Gemeinderat der Stadt Schramberg, die verstanden haben, was das für das Fotohandwerk und die Fotogeschäfte vor Ort bedeutet. Digitalisierung in Ehren – gerade das Fotohandwerk weiß nur zu genau, wie es im Fotogeschäft läuft, seit Fotos mit Handys selbst gemacht werden und kaum noch Fotos im Fachgeschäft entwickelt werden. Passbilder sind eine Art Visitenkarte für den Fotografen gewesen. Die meisten Kunden kamen anschließend zu einem anderen Fotoshooting und haben den Berufszweig und die Profession geschätzt. Durch Zwangsmaßnahmen von oben fallen nun zig Tausend Euro weg, wodurch die Existenz des Einzelhandels weiter extrem gefährdet wird. Einzelne sehen es kommen, dass bald weitere Studios schließen müssen.

 

Hoffnung auf Unterstützung

Es ist erfreulich, dass Schramberger Politiker sich hinter die örtlichen Fotogeschäfte stellen. Rathausmitarbeiter haben sicher anderes zu tun als nun auch noch Fotos zu machen, zumal zahlreiche Fachgeschäfte digital gerüstet sind für die ab 1. Mai geltenden Anforderungen. Bürger werden falsch informiert, indem man Ihnen vormacht, Fotos für den Personalausweis könnten jetzt nur noch im Rathaus gemacht werden. Der Fachhandel ist technisch so aufgestellt, dass Passbilder jetzt über einen QR-Code direkt vom Fachgeschäft ans Passamt übermittelt werden können. Auch der Fachhandel hat die neue Regelung registriert und sogar in Technik investiert, damit die Passfotos digital ans Passamt übermittelt werden können.

Es besteht zumindest die Hoffnung, dass wenigstens der Bürger das Fotohandwerk weiterhin unterstützt, wenn schon Gemeindepolitiker in vorauseilendem Gehorsam alles was von oben durch Zwang kommen soll, schnell umsetzen, ohne über die Folgen nachzudenken. Bislang galt der Mittelstand immer als Motor der Wirtschaft.

Thomas Feder, Inhaber Foto Riede Rottweil

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