Zu den Berichten über die geplante Demonstration der Denkfabrik Zollernalb gegen Geschwindigkeitskontrollen erreichte unsere Redaktion folgender Leserbrief von
Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Leidenschaft man in unserer Region auf die Straße gehen kann, wenn es um das vermeintliche „Grundrecht“ auf ungehindertes Rasen geht. Als Bürger von Albstadt, der täglich als Fahrer für die Beförderung geistig und körperlich behinderter Kinder und Jugendlicher im Einsatz ist, kann ich über die Argumente von Herrn Sauter und seiner sogenannten „Denkfabrik Zollernalb“ nur den Kopf schütteln.
Zuerst stellt sich mir die Frage: Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem hochtrabenden Namen „Denkfabrik Zollernalb“? Normalerweise assoziiert man damit tiefgründige Lösungen für gesellschaftliche Probleme.
„Schlichtweg grotesk“
Hier scheint der „Denkprozess“ jedoch an der nächsten Radarfalle zu enden. Sich mit „Gulliver bei den Zwergen“ zu vergleichen, weil man sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten muss, ist schlichtweg grotesk.
Regeln im Straßenverkehr sind keine „Fesseln“, sondern die Voraussetzung dafür, dass schwächere Verkehrsteilnehmer – wie die Kinder, die ich täglich befördere – sicher an ihr Ziel kommen. Wer sich an die Verkehrsregeln hält, muss keine Angst haben.
Besonders zynisch wird es, wenn die geschlossene Notaufnahme in Albstadt als Argument angeführt wird, um schneller durch Thanheim rasen zu dürfen. Wenn wir für etwas demonstrieren sollten, dann für den Erhalt unserer medizinischen Versorgung, für soziale Gerechtigkeit oder echte wirtschaftliche Impulse.
Diese selbst ernannte Bürgerbewegung sollte sich fragen, ob sie ihre Energie nicht besser in Themen stecken will, die einen wirklichen Mehrwert für die Gemeinschaft schaffen.
Thomas Peetz, AlbstadtSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.