Von einer nachhaltigen Stadtentwicklung kann aus Sicht unseres Lesers nicht die Rede sein. (Archivfoto) Foto: Reimer

Ein gesamtstädtisches Aktivierungskonzept soll Oberndorf bei der Weiterentwicklung unterstützen. Unser Leser Gerhard Banholzer aus Oberndorf hat dazu eine klare Meinung.

Die insbesondere von Stadträtin Ruth Hunds vorgetragene Befürchtung, dass auch dieses geplante neue Konzept zur Stadtentwicklung letztlich wieder in der Schublade landet, ist nicht so ganz weit hergeholt.

 

Dabei stellt sich ohnehin die Frage, ob solche Konzepte nicht zu spät kommen, zumindest was die Entwicklung im „Städtle“ anbelangt. Vor allem, wenn man zurück denkt an das Jahr 1991, als der vorletzte Bürgermeister das renommierte Tübinger Städteplanungsbüro Krisch und Partner beauftragt hatte, entsprechende Pläne zur Entwicklung der Oberstadt zu entwerfen.

Einkaufsmarkt fehlt

Dieses Büro schlug damals vor, beginnend mit dem Wöhrd-Areal und der Einbeziehung der gesamten Wasserfall-Straße, dort insbesondere Handel und Gewerbe anzusiedeln. Und was ist daraus geworden? Der nachfolgende Bürgermeister hatte im Gemeinderat beschließen lassen, dem Antrag von Investoren zur Vergrößerung ihrer auf dem Wöhrd bereits bestehenden Immobilie zuzustimmen.

So fielen nicht nur circa 50 Parkplätze weg, sondern auch die Möglichkeit, auf diesem Areal einen größeren Einkaufsmarkt zu installieren, um so den im „Städtle“ wohnenden Bürgern zu ermöglichen, ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln zu decken, ohne ins Auto steigen zu müssen, um diese Einkäufe zu tätigen.

Gleichgewicht ist wichtig

Eine solche Lösung hat mit Nachhaltigkeit bei der Stadtentwicklung zu tun und würde auch dem Umweltschutz dienen. So wurden mit dieser Entscheidung Partikularinteressen über die Interessen der Bürger gestellt.

Und ein solcher Markt mit entsprechenden Parkplätzen hätte auch als „Magnet“ dienen können, von dem auch bereits bestehende Einzelhandelsgeschäfte hätten profitieren können.

Mit diesem Argument hatte der frühere OB von Rottweil der Errichtung eines großen Einkaufsmarktes im Nägelesgraben zugestimmt. Schließlich weist die Industrie- und Handelskammer seit Jahren auf die Bedeutung eines stabilen Gleichgewichts zwischen Handel und Gewerbe, Gastronomie und Dienstleistung eines Standortes hin. Und diesbezüglich besteht in Oberndorf seit langem eine erhebliche Schieflage!

Gerhard Banholzer, Oberndorf

Schreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.