Als „Schnellschuss“ und „unnötig“ bezeichnet unsere Leserin Johanna Knaus aus Rottweil den Bau des neuen Landratsamtes – und kritisiert den Umgang mit Kostenerhöhungen.
Ich lerne, dass die Kosten für Fehlkalkulationen in der Planung „zur Kenntnis genommen“ und eh von den Steuerzahlern übernommen werden. Wo bleibt die Mitverantwortung des Planungsbüros?
Eine empörende Nachricht vor dem Hintergrund, dass erst vor kurzem jeder Cent für soziale Leistungen im Kreis umgedreht wurde. Die Liste der Kürzungen haben wir ja noch vor Augen. Und dann sowas? Offensichtlich hat das Prestigebauwerk höchste Priorität hier im Kreis.
Innehalten statt durchwinken
Und dann setzt es noch eins drauf. Die Vergabe für den Bau des Landratsamtsparkhauses, das natürlich auch teurer wird. Im Moment 1,3 Millionen mit ungewisser Schlussrechnung. Für die Mehrheit der Kreisräte eine Kleinigkeit? Wäre jetzt nicht Innehalten das Gebot der Stunde gewesen, statt durchzuwinken?
Weshalb denn „fristbedingt“ und „nichtöffentlich“? Sollten hier schnell Fakten geschaffen werden, um eine breite Öffentlichkeit zu vermeiden? Befürchtete der jetzige Landrat, dass sein Nachfolger die Sinnhaftigkeit dieses, nicht nur in meiner Meinung unnötigen, Bauprojektes in Frage stellt und zu einem anderen Ergebnis kommt?
Digitalisierung wird zu weniger Besuchen führen
Die Parkmöglichkeiten im Parkhaus Süd sowie an der Stadthalle wurden bisher überhaupt nicht in Betracht gezogen. Für Menschen mit Einschränkungen sind selbstverständlich Stellplätze beim Amt vorzuhalten!
Auch die Digitalisierung wird weniger Besuche ins Landratsamt bringen. Dieser Schnellschuss ist ein Schlag ins Gesicht derer, die Zuwendungen benötigen, die sich mit unzumutbaren Straßen rumschlagen und die auf bezahlbare Wohnungen warten. Danke für nichts.
Johanna Knaus, RottweilSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.