Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) Foto: dpa

Es fehle ein Zeitplan, bis wann welche Meiler vom Netz gehen sollen, sagte der Umweltminister.

Stuttgart - Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat die Entscheidung der Regierungskoalition über einen Atomausstieg bis 2022 als „völlig unausgegoren“ kritisiert. Es fehle ein genauer Zeitplan, bis wann welche Meiler vom Netz gehen sollen, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Stuttgart.

Zudem werde der Ausbau erneuerbarer Energien nicht genügend vorangetrieben. Die Idee, einen Atomreaktor als Reserve im Stand-by-Betrieb zu belassen, werfe viele Fragen auf.

„Kernkraftwerke sind grundsätzlich nicht geeignet für eine Kalt-Reserve, denn ein Wiederanfahren dauert drei bis vier Wochen“, sagte der Sprecher. Die Alternative - eine „Heiß-Reserve“, bei der die Kernspaltung auf ein Minimum reduziert wird - wäre sehr kostspielig. Unklar sei, wer für diese Kosten aufkommen sollte.