Die erhöhte Hundesteuer sorgt bei manchen Hundehaltern für massiven Frust. Foto: Jessica Müller

Die erhöhte Hundesteuer entfacht Kritik am Rangendinger Gemeinderat: Bürger wettern bei der Bürgersprechstunde gegen die Entscheidung des Gremiums.

Die Hundesteuer sorgt für Wirbel im Rangendinger Gemeinderat. Bei der Bürgerfragestunde am Montagabend waren die Zuhörerreihen voll besetzt. Gut 15 Besucher waren vor Ort, offenbar allesamt Hundehalter. Ins Gemeindehaus sind sie zwar ohne ihren Hund gekommen, dafür hatten sie umso mehr Wut dabei.

 

Die Bürger beschwerten sich lautstark. Die Stimmung war geladen. Zwischenrufe haben die Antworten von Bürgermeister Manfred Haug mehrfach unterbrochen. In energischem Ton wollte eine Fragestellerin wissen: „Warum ist die Hundesteuer in Rangendingen höher als in Berlin oder Konstanz?“

Nur 50.000 Euro

Haug ruhig: „Wie hoch die Hundesteuer ist, hat nichts mit der Gemeinde zu tun.“ Es seien 12,50 Euro im Monat. Er stellt heraus, dass alle ein Gesprächsangebot erhalten, die sich über die Hundesteuer bei der Gemeinde beschweren. Er erinnerte auch an die Zunahme der Hunde in Rangendingen: Im Jahr 2019 waren es demnach rund 200, im Jahr 2026 mehr als 300 – damit macht er die Lenkungsfunktion der Steuer deutlich, und die Einnahmen der Gemeinde sind mit erwarteten 50.000 Euro tatsächlich nicht allzu hoch.​

Zwischenruf aus den Besucherreihen dazu: „Das ist ein Witz“, schließlich gebe es viele Zugezogene und Personen, die neu gebaut haben – es versteht sich aus Sicht der Bürgerin von selbst, dass es mehr Hunde in Rangendingen gibt. Mit Blick auf die Gemeinderäte, die sich bei der Abstimmung im Dezember enthalten haben, sagt eine Hundehalterin: „Die haben keinen Po in der Hose.“ Andere Besucher sprechen von einer „Frechheit“, von einer „Respektlosigkeit gegenüber den Bürgern“.

Woher das Geld für Rathaus und Stausee kommen solle, wollte ein junger, recht ungehalten auftretender Mann wissen.

Haug erinnerte daran, dass die Sanierung des Rathauses etwa zur Hälfte vom Land bezuschusst wird, und die Krippe (Am Kreidenrain) musste mangels Resonanz geschlossen werden. Am Schluss waren dort noch drei Erzieher und etwa eine Handvoll Kinder. Haug versuchte deutlich zu machen, dass diese Fälle jeweils nichts mit der Hundesteuer zu tun haben.

Ein Vorwurf der Hundesteuer-Kritiker heißt, dass die Gemeinde in Zeiten klammen Haushalts Geld benötige und dieses von Hundehaltern hole.

Besucher winken ab

Ob Haugs Argumente durchgedrungen sind? Augenscheinlich wohl eher nicht. Die Besucher haben das Gemeindehaus sichtlich beleidigt verlassen. Manche winken beim Herausgehen ab. Haug machte bei der Sitzung auch deutlich, dass die Höhe der Hundesteuer sich nun wohl nicht mehr ändern wird. Das sorgt bei manchem Hundehalter ganz offenkundig für mächtig Frust.

Getroffen hat der Gemeinderat die Entscheidung vom Dezember insbesondere mit der Absicht, die Anzahl der Hunde in Rangendingen zu begrenzen. Ein Hund in Rangendingen kostet nach der Erhöhung 150 Euro pro Jahr, ein „Kampfhund“ kostet 800 Euro (zum Vergleich: vorher kostete ein „normaler“ Hund 85 Euro und 170 Euro ein „Kampfhund“).