Das Feuerwehrgerätehaus bildet im einen Krisenfall das Einsatz- und Lagezentrum für den Stab für außergewöhnliche Ereignisse. Foto: Stadt

Übung für den Ernstfall: Die Stadt Haigerloch hat das Zusammenspiel zwischen seinem Krisenstab und der Feuerwehrführung getestet.

In Kriegen, Krisen und Klima-Katastrophen müssen Kommunen Versorgungssicherheit gewährleisten, Katastrophenschutz organisieren und kritische Infrastruktur schützen.

 

Vor diesem Hintergrund war in Haigerloch bereits im Jahr 2023 der Arbeitskreis „Energiemangellage“ ins Leben gerufen, um auf großflächige Stromausfälle vorbereitet zu sein. Seither hat sich der Fokus deutlich erweitert: Der Krisenplan umfasst heute nicht nur Energiemangelereignisse, sondern auch Extremwetterlagen wie Starkregen, Sturm, Hagelschlag und Schnee, Hochwasser, Massenanfall von Betroffenen, Großbrände, Unfälle mit gefährlichen Stoffen, sowie Gefährdungen in Bildungseinrichtungen.

Vorbereitung auf Krisen läuft seit Jahren

Die jetzt erfolgte Übung des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) sowie der Führungsgruppe der Feuerwehr war Teil der kontinuierlichen Krisenvorbereitung, die seit Jahren gemeinsam von Stadtverwaltung, Feuerwehr, DRK, Polizei und Fachbehörden entwickelt und regelmäßig angepasst wird. Ziel war es, die Zusammenarbeit und die Handlungsfähigkeit bei größeren Schadensereignissen zu testen.

Bevor die Übung begann, erhielten die Mitglieder des Verwaltungsstabes eine Einführung in die Grundlagen einer größeren Schadenslage durch Gesamtwehrkommandant Patrick Kornwachs. Bürgermeister Heiko Lebherz gab anschließend einen Überblick darüber, wann und in welchen Situationen der Verwaltungsstab zum Einsatz kommt und welche Aufgaben ihm dabei zukommen.

Schneesturm und Kälte: 80 Szenarien durchgespielt

Geprobt wurde ein länger anhaltender Schneesturm mit massivem Kälteeinbruch, verbunden mit Stromausfällen und weiteren Auswirkungen. Niemand der eingeteilten Beteiligten wusste im Vorfeld, welche Aufgaben auf ihn oder sie zukommen würden.

Insgesamt wurden rund 80 Szenarien eingespielt, darunter Einsatzmeldungen der Leitstelle Zollernalb, Funkverkehr, Aufgaben für Bauhof und Bauamt, Anfragen über das Bürgertelefon, Öffentlichkeitsarbeit wie Presseanfragen und Fake News. Besonders im Fokus stand das Bürgertelefon, das künftig bei Großschadenslagen als zentrale Anlaufstelle für die Bevölkerung dienen soll.

Die Übung, vorbereitet von Werner Kornwachs und Karl Anton Lang, zeigte ein gutes Zusammenspiel zwischen SAE und Führungsgruppe. Auch die Bürgermeisterstellvertreter Markus Gauss und Ralf Heim übernahmen abwechselnd die Leitung des SAE. Nach rund zwei Stunden waren etwa 60 Szenarien erfolgreich abgearbeitet.

Fazit fällt positiv aus

Bürgermeister Lebherz zog am Ende eine positive Bilanz: „Die Übung hat gezeigt, dass die Stadt gut auf außergewöhnliche Ereignisse vorbereitet ist und im Krisenfall ihre Bevölkerung bestmöglich unterstützen und versorgen kann.“

Künftig sollen solche Übungen immer wieder geprobt werden, um Haigerloch für große Krisen sattelfest zu machen.