Die Stadt Meßstetten hat ein spezielles Handbuch für das Vorgehen bei Katastrophen erarbeitet und erprobt.
Alarm in Meßstetten. Die Stadtverwaltung simuliert eine Notfallsituation.
Dank des mit der EnBW erarbeiteten Krisenhandbuchs, eines Krisenstabs in der Verwaltung und einer starken Helfermannschaft von Bauhof, Feuerwehr und DRK sieht sich die Stadt für den Ernstfall bestens gewappnet.
Ein warmer Sommertag im Juli: Schon früh ist das Thermometers auf 26 Grad geklettert. Erneut kündigt sich ein hitziger und trockener Tag an. Doch es sollte kein gewöhnlicher Tag bleiben: eine ganze Kette von Unglücksereignissen wird Meßstetten erschüttern und den Krisenstab der Stadtverwaltung über viele Stunden hinweg fordern.
Bürgermeister Frank Schroft hat seinen Krisenstab alarmieren lassen. Alle treffen sich zur ersten Lagebesprechung im Sitzungssaal des Rathauses, der zur Kommandozentrale des Krisenmanagements umfunktioniert wird. Der Schultes, jetzt in der Rolle des Krisenstabsleiters, zusammen mit seinem Stellvertreter, Hauptamtsleiter Thomas Berg, informiert sein Team, was passiert ist. Im Verlauf des Tages verschärft sich die Situation und ein fiktives Unheil folgt aufs nächste
Eine regelrechte Kettenreaktion an Unglücken: Der rund ein Dutzend Köpfe starke Krisenstab, der im Sitzungssaal eine Strategie entwickelt, Entscheidungen abspricht, koordiniert und sämtliche Einsätze draußen veranlasst, sieht sich einem wahren Aufgabenberg gegenüber. Zu diesen gestellten Szenarien kommen laufend viele kleinere und größere, fiktive Bedrohungssituationen hinzu, die weitere Herausforderungen für die Mitglieder des aus fünf Arbeitsgruppen bestehenden Krisenstabs darstellen.
Als Leitfaden dient das individuelle Krisenhandbuch: „Natürlich hoffen wir inständig, dass Meßstetten stets von Unglücken und Unheil verschont bleibt, die es erfordern, eine Krise auszurufen. Sollte der Ernstfall aber trotzdem mal eintreten, dann möchten wir gewappnet und bestens vorbereitet sein“, erläutert Bürgermeister Frank Schroft.
Zu Beginn steht eine zentrale Frage: In welchen Krisenszenarien ist die Stadt Meßstetten besonders gefährdet? Um diese zu identifizieren und Lösungsstrategien für deren Bewältigung zu entwickeln, hat Meßstetten in den vergangenen Monaten einen Krisenstab gebildet und sich gemeinsam mit Experten der EnBW diesem Thema gestellt. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit wurden in einem individuellen Krisenhandbuch gebündelt, das den Krisenstab künftig strukturiert und effektiv durch den Ernstfall bringen wird.
Margot Fritz vom Krisenmanagement der EnBW und ihr Team begleiten die Stabsrahmenübung: „Die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Meßstetten und unseren Krisenexperten hat die Kommune optimal positioniert, um in Zeiten der Krise effizient handeln zu können“, so ihr Fazit. Über mehrere Monate wurden in gemeinsamen Workshops gezielt Strategien für verschiedene Bedrohungslagen entwickelt. Jedes einzelne Schutzziel wurde individuell geprüft und mit Maßnahmen für die Krise versehen. Alle Informationen wurden in dem speziell auf Meßstetten zugeschnittenen Handbuch festgehalten.
Das Krisenhandbuch enthält alle wichtigen Pläne und Arbeitsmittel für den Ernstfall: Dazu gehören die Zusammensetzung des Krisenstabes, die Analyse der kritischen Infrastruktur, Ressourcen, Evakuierung, sowie Alarmierungs- und Kriseneinsatzpläne. „Eine Art „Führerschein“ für den Notfall.
Der Bürgermeister verdeutlicht die Bedeutung einer umfassenden Vorbereitung auf Krisensituationen: „In Krisenzeiten müssen wir schnell und professionell handeln. Dies ist nicht nur unsere Pflicht, sondern auch der Anspruch der Bürgerinnen und Bürger von Meßstetten.“