Der Chef des angeschlagenen Batterieherstellers Varta stellt die Belegschaft auf Stellenstreichungen ein. Standortschließungen seien jedoch vorerst ausgeschlossen.
Bei der geplanten Sanierung des strauchelnden Batteriekonzerns Varta aus Ellwangen stehen auch Personaleinschnitte an. „Varta muss schneller werden, wir müssen schlanker, effizienter und sparsamer werden“, sagte der seit Mai amtierende Vorstandschef Michael Ostermann der „Börsen-Zeitung“.
„Genaue Zahlen kann ich nicht nennen“
„Wir müssen prüfen, ob alle internen Prozesse wirklich notwendig sind, ob sie Mehrwert bringen und ob der Kunde bereit ist, dafür zu zahlen.“ Zugleich versicherte Ostermann in dem Interview: „Standortschließungen in Deutschland sind ausgeschlossen, es sei denn, es kommt zu einer Komplettkatastrophe.“
Es sollen dem Varta-Chef zufolge auch nur Jobs in der Verwaltung und in Abteilungen gestrichen werden, die nicht unmittelbar die Produktion betreffen. Laut Ostermann arbeiten in diesen Bereichen 1700 der insgesamt rund 4000 Beschäftigten des Konzerns. Hier sei ein „moderater Personalabbau“ geplant.
Verkäufe von Geschäftsbereichen – ausgeschlossen
„Genaue Zahlen kann ich nicht nennen, da das Sanierungsgutachten nicht final vorliegt“, so der Konzernlenker weiter. In Deutschland habe Varta drei hocheffiziente Werke und motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter, die hinter dem Unternehmen stünden. „Das ist gut so, daran halten wir fest.“
Die von Aktionärsschützern als „kalte Enteignung“ kritisierte Herabsetzung des jetzigen Eigenkapitals auf null Euro, durch die bestehende Aktien bei der Restrukturierung ihren Wert verlieren würden, bezeichnete Ostermann als regulatorische Notwendigkeit.
Die Aktionäre an Bord zu halten, sodass sie bei der Rekapitalisierung teilnehmen und bei einer erfolgreichen Sanierung durch Werterholungen ihrer Beteiligungen profitieren würden, sei unmöglich. Entsprechende Optionen habe man geprüft. Aber: „Dafür wäre ein Börsenprospekt notwendig, für den ein testierter Jahresabschluss vorliegen muss.“