Betretene Mienen bei den Spielern des SC Lahr nach der 1:4-Niederlage gegen Elzach-Yach. Das Team steht mittlerweile auf Platz 15 und ließ am Samstag, gerade nach dem Rückstand, sehr viel auf dem Platz vermissen. Foto: Künstle

Schon im Vorfeld der Partie gegen Elzach-Yach hatte der Vorsitzende im Stadionheft aufrüttelnde Worte gefunden. Die Niederlage enttäuschte ihn dann umso mehr. Der Vorstand wird sich zum Gespräch treffen. Personalentscheidungen stehen aber nicht an.

Verbandsliga: SC Lahr - SF Elzach-Yach 1:4 (0:2). Jeder Fan des SC Lahr konnte vor dem Anpfiff gegen Elzach-Yach davon lesen, dass das folgende Spiel unter einem besonderen Stern steht. Frank Müller hatte im Vorwort des Stadionheftes klare Kante gezeigt und damit die Mannschaft auch in die Pflicht genommen. „Das Team tritt aktuell in vielen Spielphasen stark verunsichert und ohne Mut auf. In dieser ernsten Situation ist es wichtig, die gesamten Verhältnisse um das Team genau anzuschauen und zu analysieren. Es kann keine Ausreden oder Beschwichtigungen in alle Richtungen mehr geben. Vieles muss nun auf den Prüfstand gestellt werden“, schrieb der Vorsitzende des SC Lahr.

 

Am Sonntag – nachdem der SC Lahr gegen Elzach-Yach 1:4 verloren hatte und wieder einen sehr schlechten Eindruck auf dem Platz hinterließ – bereute Müller sein Schreiben nicht. „Es müssen auch mal deutliche Worte gesprochen werden. Auch in der Öffentlichkeit“, hebt er im Gespräch mit unserer Redaktion hervor. „In den ersten 20 Minuten hab ich zu den Fans auf der Tribüne gesagt, dass wir das Spiel heute gewinnen. Doch nach dem Rückstand war ich erschrocken, wie sehr die Mentalität gefehlt hat. Ich und die Fans haben eine Reaktion erwartet und die ist ausgeblieben“, so der enttäuschte Müller.

Die Chancenverwertung ist beim SCL derzeit ein großes Problem. Hier scheitert Adriano Spoth am Elzacher Keeper. Foto: Künstle

Der Vorsitzende möchte nun wissen, was Sache ist und trifft sich mit Sportvorstand Petro Müller und Teammanager Maurizio Moog in der kommenden Woche zum Gespräch. „Das ist kein Krisengipfel, denn es geht mir nicht um Personalentscheidungen. Sascha Schröder soll in Ruhe weiterarbeiten. Er ist bei uns mit im Boot und seine Ansagen wie auch das Training sind gut. Wir treffen uns zu einem Austausch, denn ich möchte nah dran sein. Die Mannschaft müsste eigentlich gefestigt sein, denn sie stand vor gar nicht allzu langer Zeit sogar im Pokalfinale. Doch nun ist alles weg. Wir wollen uns zusammensetzen und analysieren, woran das liegt. Klar ist: Wir können nicht einfach alles so laufen lassen“, kündigt Müller an.

Keine Gedanken an einen Abstieg zum zehnjährigen Geburtstag des Vereins

An den Neuzugängen im Sommer will Müller den Niedergang nicht festmachen. „Ich sehe die Problemlage komplex und es betrifft den ganzen Kader. Es gibt genug Spieler, die schon lange genug dabei sind. Die Leistung fehlt – und da können nicht alleine die Neuzugänge etwas dafür. Meine Kritik zielt nicht auf die Einkaufspolitik“, hebt er heraus. Trotzdem – das zeigen die Leistungen – sind die neuen Kicker an der Dammenmühle bislang nicht die Verstärkungen, die sich der Verein erhofft hat.

Auch wenn die sportliche Lage sich nach der vierten Pleite in Serie in der Verbandsliga nun noch einmal verschärft hat und der SC Lahr – auf Platz 15 abgerutscht – tief im Abstiegskampf steckt, gibt sich der Vorsitzende weiterhin kämpferisch. „Mit dem Fall eines Abstieges beschäftige ich mich nicht. Wir gehören nicht in die Landesliga und wir werden da auch nicht reinrutschen. Im zehnten Jahr unseres Bestehens 2025 erst recht nicht. Wir reißen das Ruder um“, so Müller.

Frank Müller ist sich sicher: „Wir werden das Ruder wieder rumreißen.“ Foto: Verein

Gegen Elzach-Yach fing sich der SC Lahr den ersten Gegentreffer, als Keeper Jona Leptig eine Flanke von rechts verpasste und Jonas Schmieder ins leere Tor köpfte (38.). Nur eine Minute später kam Leon Bross bei einer Grätsche zu spät und sah die Ampelkarte. In Überzahl sorgte erneut Schmieder noch vor der Halbzeit für die 2:0-Führung der Gäste und damit schon für klare Verhältnisse. Ein krasser Ballverlust im Mittelfeld machte es den Elztälern dabei einfach.

Sehr unglücklich agierte in der zweiten Hälfte Jannis Kalt, als er bei einer flachen Hereingabe von links mit dem Fuß zuckte und ins eigene Tor traf (51.). Mit dem 0:3 war das Spiel entschieden.

SC Lahr: Leptig; Sö. Zehnle, Wirth (60. Naletilic), Spoth, Bross, Wagenmann (60. Ibishi), Häußermann, Kalt, Zeyer, Birkle (57. Keita), Giedemann (62. Kaufmann).
Tore: 0:1 Schmieder (38.), 0:2 Schmieder (43.), 0:3 Kalt (51./ET), 1:3 Häußermann (78.), 1:4 Althauser (82.).