Die Alpirsbacher Engel jubilieren im Chor unter dem Dirigat von Susanne Serrano. Foto: Maier

Bethlehem ereignete sich in Alpirsbach. Nach einer Idee von Marie-Therese Grimm führten Kinder und Jugendliche ein "Ökumenisches Krippenspiel unterwegs" in der Klosterstadt auf. Hunderte Besucher begleiteten an Heiligabend die Herbergssuche von Maria und Josef.

Alpirsbach - Das lebendige Premiere-Wanderkrippen-spiel durch die Stadt hat eine sehr große Resonanz und einen zielführenden Abschluss in der Klosterkirche erfahren. "Bei ›Bethlehem in Alpirsbach‹ ging es darum, die Teilnehmenden aus der bloßen Zuschauerrolle herauszuführen und mit ihren Kindern das Ereignis der Geburt des Heilands nachzuerleben", verdeutlichte Pfarrer Christian Honold von der evangelischen Kirchengemeinde.

Mit dieser authentischen Interpretation sollte die Weihnachtsgeschichte bewusster in die Gegenwart geholt werden. Darum verkündete der Kaiser sein Dekret am Rathaus, dem Ort der Obrigkeit. Übrigens: Auch Bürgermeister Michael Pfaff mischte sich unter die Krippenweg-Pilger. Maria und Josef suchten Herberge bei einer echten Gastronomie bei der Glauner Villa.

Zuschauer gehen Weg zur Krippe mit

Auch die Szenen mit dem Hirtenfeld und der Erscheinung des Engels spielten sich im Freien ab. Die Aufführung wurde von einem "älteren Ehepaar" kommentiert, von den Jugendlichen Luise und Ferdinand, die von ihren eigenen Erfahrungen mit Weihnachten, Flucht und Glauben sprachen. Vor der Klosterkirche von 1128 jubilierten die Alpirsbacher Engel mit Kinderchor-Leiterin Susanne Serrano.

Bei diesem Krippenspiel waren auch die Zuschauer unterwegs. Sie gingen den Weg zur Krippe persönlich mit, sangen die Weihnachtslieder, die zu den Szenen gehören, und fanden sich nach dem Einzug in das evangelische Gotteshaus an der Krippe ein. Musikalisch wurde der "mobile Familiengottesdienst" von Aktiven des Musikvereins Rötenbach unter Jan Schlemmer klangvoll begleitet. Gemeindereferentin

Marie-Therese Grimm von der katholischen Gemeinde St. Benedikt sagte in ihrer Predigt beim Familiengottesdienst: "Der Herrgott ist mit seiner Geschichte noch nicht am Ende." Momentan fänden sich viele Menschen in eigenen Sorgen, Nöten und Ängsten wieder: "Wir haben Krieg in Europa und in anderen Teilen dieser Welt. Und viele von uns sind gerade krank."

Der Glaube an Gott bringt Hoffnung in der Dunkelheit

Mitten in diese Dunkelheit hinein spreche die hoffnungsvolle Lesung aus Jesaja 9, die an Weihnachten sowohl in der evangelischen, als auch in der katholischen Kirche verlesen werde: "Das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein helles Licht." Gott werde die Dunkelheit erhellen, meinte Grimm. "Er bringt durch Jesus inneren und äußeren Frieden. Er führt alles zum Heil."

Schon ihr Opa, so Grimm, habe das Sprichwort "Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her" an sie weitergegeben. "Für mich ist dieses Lichtlein Jesus Christus."

Pfarrer Honold sprach der ökumenischen Christengemeinde aaronitisch und Gemeindereferentin Grimm trinitarisch den Weihnachtssegen zu. Honold lobte die Kinder: "Ihr habt es gut gesprochen und toll gemacht." Die Alpirsbacher Pfadfinder bereiteten nicht nur das Feuer für die Hirten vor, sondern verteilten auch das Friedenslicht von Bethlehem.