Auch von einer PV-Anlage an der B 31 bei Bräunlingen-Döggingen werden Kabel gestohlen. Foto: Nadja Varsani

Der Betreiber Solarcomplex hat es offenbar mit einer Diebstahlserie zu tun. Der Schaden geht in die Hunderttausende. Die Auswirkungen auf die PV-Anlagen sind immens.

Zwei Großdiebstähle in Döggingen beschäftigen die Kriminalpolizei. In zehn Tagen haben Unbekannte zweimal in großem Stil Kabel aus Solarparks beim Bräunlinger Ortsteil gestohlen. Betroffen sind zwei Parks der Betreiberfirma Solarcomplex aus Singen. Das bestätigt das Unternehmen auf Nachfrage.

 

Für den Betreiber ist der Schaden enorm, sagt Karina Christen, Leiterin Photovoltaik Freiland bei Solarcomplex. Genaue Zahlen zu den gestohlenen Kabelmengen kann sie noch nicht nennen, „mehr als 100 Kilometer sind es aber auf jeden Fall“.

Die Kosten für die Wiederherstellung arbeitet das Unternehmen noch mit seiner Versicherung auf, aber auch finanziell betrage der Schaden mehrere 100 000 Euro. Und das beläuft sich nur auf die gestohlenen Kabel.

Auch auf den Betrieb haben die Vorfälle massive Auswirkungen. Erhebliche Einspeisungseinbußen musste Solarcomplex in den betroffenen Parks hinnehmen. „Ein Großteil musste vom Netz gehen“, sagt Christen. Das Unternehmen habe zwar direkt mit der Instandsetzung begonnen, „diese ist aber unheimlich aufwendig.“ Schäden müssen repariert, neue Kabel organisiert und dann auch installiert werden.

Die beiden Vorfälle im Bräunlinger Ortsteil sind in diesem Jahr nicht die einzigen Schwarzwald-Baar-Kreis. Auch in Pfaffenweiler ist der Polizei ein Diebstahl aus einem Solarpark gemeldet worden, sagt Daniel Brill, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Konstanz. Kleinere Schäden an ihren Anlagen seien Solarcomplex in der Vergangenheit bereits begegnet. „In dieser Dimension ist das bei uns aber neu in der Region“, so Christen. Es sei bei Photovoltaik-Parks im Süden Deutschlands unüblich, dass solche massiven Mengen an Kabeln gestohlen werden.

Bewachung ausgeweitet

In Döggingen hat das Unternehmen nun die Bewachung ausgeweitet und die Sicherheitstechnik hochgefahren. Auch das kostet Geld. Ansonsten sei es laut Christen schwierig, jede Bewegung auf einer solchen Anlage zu verfolgen. „Das sind sehr große Gelände. Zehn Hektar abzudecken, ist ein Problem für sich.“ Zudem liegen solche Parks bewusst oft sehr abgelegen von Wohnbebauung. Daher appelliert Karina Christen an die Anwohner: „Wenn man merkt, zu einer merkwürdigen Tageszeit ist Bewegung im Solarpark, bitte die Polizei rufen.“ Gerade in der Nacht sollte man nicht zögern.

Wer hat etwas gesehen?

Zeugensuche: Wer Hinweise zu den Diebstählen im Zeitraum von Montag, 16. Februar, 20 Uhr, bis Dienstag, 17. Februar, 5 Uhr, an der Straße „Im Brand“ sowie in der Nacht auf Freitag, 27. Februar, an der Bundesstraße 31 hat, kann sich bei der Kriminalpolizei Rottweil telefonisch unter 0741/47 70 melden.