Immer wieder erschüttern Mordfälle den Raum Rottweil – hier zuletzt 2022 (Archivfoto). Foto: Günther

Dieser Fall hat 2007 die weite Region erschüttert: Nikolaus Weinmann wurde in Rottweil-Zepfenhan an seinem Schreibtisch erschossen aufgefunden. Der Fall ist ungelöst. Jetzt ist die Kripo wieder tätig. Wir haben nachgefragt, was es Neues gibt.

Vielen ist das schreckliche Geschehen auch etliche Jahre nach der Tat noch sehr präsent: Im Juli 2007 erschütterte ein Mord die Region. Nikolaus Weinmann wurde im beschaulichen Zepfenhan erschossen. Sein Bruder fand den 34-Jährigen tot an seinem Schreibtisch. Die Betroffenheit und Trauer war weit über Rottweil hinaus riesengroß.

 

Ermittlungen 2011 eingestellt

Trotz intensiver Ermittlungen wurde der Fall 2011 von der Staatsanwaltschaft Rottweil vorerst eingestellt. Die Kriminalpolizei hatte sich darüber im Gespräch mit unserer Redaktion damals nicht besonders erfreut gezeigt. „Wir sind von der Entscheidung nicht begeistert, doch wir müssen das akzeptieren“, sagte der Leiter der Kripo in Rottweil, Gunther Dreher, damals.

Geschäfte ins osteuropäische Ausland

Schon früh war die Ermittlungsgruppe davon ausgegangen, dass die Tat mit Weinmanns Arbeit in Zusammenhang stehen könnte. Der damals 34-Jährige hatte Autos über das Internet angeboten und sie auch an osteuropäische Abnehmer verkauft, so die Erkenntnisse der Polizei damals.

Die Kripo hatte einen Tatverdächtigen im Visier – ein Haftbefehl wurde von der Staatsanwaltschaft letztlich nicht ausgestellt. Auch die Familie hatte sich vehement gegen die vorläufige Einstellung der Ermittlungen eingesetzt. Vergeblich. Wer Nikolaus Weinmann erschossen hat, ist bis heute ungeklärt.

Neue Spuren?

Umso mehr sorgt die Tatsache für Unruhe, dass die Kriminalpolizei Rottweil im Mordfall Niko Weinmann wohl nun, mehr als 17 Jahre nach der Tat, erneut tätig wurde, wie wir erfahren. An unsere Redaktion wird herangetragen, dass „die Ermittlungen wieder aufgenommen“ worden seien. Gibt es womöglich eine neue heiße Spur?

Diese Hoffnungen zerschlagen sich nach einem Gespräch mit Frank Grundke, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil. Er zeigt sich auf unsere Nachfrage hin überrascht, hält Rücksprache mit der Kriminalpolizei. Und er erklärt dann, dass es sich nicht um neue Ermittlungsmaßnahmen handle. Aber er bestätigt, dass die Kripo tatsächlich „im Rahmen von Routinemaßnahmen bei Cold Cases“ in diesem Fall tätig geworden sei.

DNA-Proben auf den neusten Stand gebracht

Von verschiedenen Personen, die damals mit dem Tatort in Verbindung standen, wurden neue DNA-Proben genommen, um auf dem Stand der Zeit zu sein. Dies habe jedoch nichts mit neu aufgenommenen Ermittlungen oder etwaigen neu aufgetauchten Erkenntnissen zu tun. Aber: Sollte wieder Bewegung in den Fall kommen, könnten die aktualisierten Proben wichtig sein. Grundke betont, dass es sich um eine absolute Routinemaßnahme handle.

Er betont aber auch, dass der Fall Nikolaus Weinmann, der in Zepfenhan so kaltblütig erschossen wurde, nie geschlossen werden wird: „Mord verjährt nie“, so Grundke.