Letzte Station von Polizeihauptkommissar Volker Schlenker in der Raumschaft: In Triberg stellte er nun die Kriminalstatistik des Jahres 2022 vor. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Die Zahl der Straftaten hat wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Viele junge Straftäter wurden ermittelt, vor allem Diebstähle nahmen zu, sagte Polizeihauptkommissar Volker Schlenker. Wie lebt es sich damit in der Wasserfall-Stadt?

Uniformierter Besuch im Gemeinderat Triberg: Nach Schönwald und Schonach kam der Postenführer in Triberg, Polizeihauptkommissar Volker Schlenker, in die Wasserfallstadt, um die Polizeistatistik des Jahres 2022 vorzustellen. Zwar sei die in jüngster Zeit wieder auf Vor-Corona-Niveau bei der Zahl der Straftaten angestiegen, dennoch könne man sich hier sicher fühlen, sagte Schlenker.

Auch in Triberg stiegen die Straftaten wieder an, auf nunmehr 226, also ähnlich wie 2018; aufgeklärt wurden 157, eine Aufklärungsquote von knapp 70 Prozent.

Plus bei Vermögens- und Fälschungsdelikte

„Verbrechen gegen das Leben“ verzeichnete man wie in den Vorjahren keine, allerdings sei die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf hohem Niveau geblieben. Die Zahl der Diebstähle stieg recht stark an, vor allem waren es Ladendiebstähle, allerdings ging die Zahl der „Diebstähle unter erschwerten Bedingungen“, also Automatenaufbrüche mit Werkzeug oder anderen Methoden, auf sechs zurück. Die Vermögens- und Fälschungsdelikte dagegen stiegen wieder an. Wohnungseinbrüche hatte man keine zu vermelden.

Auch neun nicht strafmündige Kinder ermittelt

Die Rauschgiftdelikte blieben konstant bei sieben, die Gewaltkriminalität stieg leicht an. Nach wie vor gibt es in der Wasserfallstadt Fälle von Gewalt gegen Beamte. 121 Tatverdächtige konnten ermittelt werden, diese waren größtenteils männlich, insgesamt 89. 24 Verdächtige waren jünger als 21 Jahre, acht jünger als 18. Strafmündig (14 bis 18 Jahre) waren sieben Tatverdächtige, allerdings konnten neun nicht strafmündige Kinder unter 14 Jahren als Täter ermittelt werden.

„Erstaunlich ruhig, trotz all dem Trubel“

Bei den Verkehrsunfällen registrierte man einen Rückgang von 15 auf acht. Dabei gab es einen Schwer- und sieben Leichtverletzte, also einen recht deutlichen Rückgang – bei einem Todesfall. Insgesamt könne man mit der Kriminalität im Ort sehr gut leben, alles in allem sei Triberg eine erstaunlich ruhige Stadt bei all dem Trubel. Schlenker dankte der Stadt für die gute Zusammenarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich dies fortsetze. Nicht bestätigt sehe er die Angst vor Straftaten aus dem Asylbereich – gerade ein Tatverdächtiger komme aus diesem Umfeld.

Zahl jugendlicher Straftäter „sticht ins Auge“

Klaus Wangler (CDU) dankte dem Polizisten. Er sehe die deutlich gestiegene Gesamtzahl, eine Zahl steche dabei ins Auge – die Zahl jugendlicher Straftäter. Diese Zahlen seien häufig dem Ladendiebstahl geschuldet, erklärte Schlenker.

Der Darstellung der stark gestiegenen Straftaten widersprach Michael Hummel (FWV). Man sei sogar noch unter der Quote von 2019.

Susanne Muschal (SPD) sagte, man freue sich über die hohe Aufklärungsquote und die geringe Zahl der straffälligen Asylsuchenden.

Lothar Hoch (CDU) sah Probleme bei der Präsenz-Abdeckung, da der Triberger Posten nachts und am Wochenende unbesetzt sei. Und er stelle fest, dass die Lärmbelästigung am Bahnhof durch „Auto-Poser“ steige.