Die Zahl der Körperverletzungen ist in St. Georgen gestiegen. Foto: © unitypix – stock.adobe.com

Zum Teil deutliche Anstiege von Fallzahlen präsentierte Kai Stehle, Leiter des Polizeireviers St. Georgen, in der Kriminalstatistik für 2022. Die sind aber zum Teil auf den Wegfall von Corona-Beschränkungen zurückzuführen.

In Baden-Württemberg nahmen die Straftaten insgesamt um 13 Prozent zu, beim Polizeipräsidium Konstanz um 11,8 Prozent, im Revier St. Georgen um 14,19 Prozent und in der Gemeinde selbst um 16,2 Prozent. Die 351 Fälle liegen aber immer noch unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 375. Aufgeklärt wurden davon 246, entsprechend einer Quote von 70 Prozent, was deutlich über dem Schnitt liegt.

Jugendliche sind wieder öfter unterwegs

Die Zahl der Verdächtigen stieg von 199 auf 214, wobei 53 davon unter 21 Jahren waren. Der Anteil der unter 18-Jährigen stieg von 19 auf 27, es gab sogar zehn Verdächtige unter 14 Jahren. Damit bewege man sich auf dem Niveau von 2018/19, also der Vor-Corona- Zeit. Kinder und Jugendliche seien wieder öfters unterwegs, was ein Grund für den Anstieg sein könnte.

Mord und Totschlag fanden in den letzten fünf Jahren nicht statt, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sanken von elf auf zehn. Von 54 auf 94 Fälle stiegen Rohheitsdelikte gegen die persönliche Freiheit, von 38 auf 75 Körperverletzungen. Hier konnte man aber fast 100 Prozent aufklären. Richtige Auffälligkeiten als Gründe waren nicht erkennbar. Besorgniserregend sei die Entwicklung nicht, so Stehle.

Rauschgiftdelikte nehmen ab

Diebstähle sanken von 69 auf 62, Tageswohnungseinbrüche gab es keine. Betrugsfälle stiegen von 35 auf 48, Sachbeschädigungen gar von 35 auf 63. Dem Landestrend folgt die Abnahme von Rauschgiftdelikten von 35 auf 13. Gewaltdelikte stiegen von 10 auf 24, Straßenkriminalität von 45 auf 54, Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum gar von acht auf 37. Hierzu gehört auch Sachbeschädigung. Von drei auf nur einen Fall sank deutlich die Gewalt gegen Polizeibeamte. Verkehrsunfälle stiegen von 28 auf 34, die Zahl Leichtverletzter von 22 auf 38, Schwerverletzte gab es dafür nur noch sechs statt elf. Insgesamt liege das im Rahmen, so Stehle. Er dankte für die immer gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Auch Bürgermeister Michael Rieger sprach von einer super Zusammenarbeit.

Stadt liegt unter dem Fünfjahresdurchschnitt

Nach Meinung von Karola Erchinger müsste man die Zahlen mit der Vor-Corona-Zeit vergleichen. Dann liege man immer noch relativ gut. Sorgen machten ihr Aggressionsdelikte, aber die Aufklärungsquote relativiere das. Oliver Freischlader betonte, dass die Stadt immer noch leicht unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Rohheitsdelikte seien ein gesellschaftliches Problem, da werde man in St. Georgen wenig Lösungsmöglichkeiten bieten können. Es habe sich gezeigt, dass Ausgangssperren ein gutes Mittel gegen Straftaten, aber zum Glück nicht auf Dauer mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Schön wäre es laut Freischlader, wenn man Täter schneller fände. „Wir fühlen uns in St. Georgen sicher“, so sein Fazit.