Weniger Straftaten, zugleich ein Anstieg bei Straßenkriminalität, Wohnungseinbrüche und Partnergewalt: Schlaglichter aus der Kriminalstatistik für das Revier Schopfheim.
Insgesamt 2503 Straftaten verzeichnet das Polizeirevier Schopfheim im vergangenen Jahr in seinem Zuständigkeitsbereich zwischen Maulburg und Feldberg.
Straftaten insgesamt: Das sind 187 Fälle (sieben Prozent) weniger als im Vorjahr und zugleich knapp 40 Fälle über dem Zehn-Jahres-Schnitt. Darüber informierten Revierleiter Ralf Ühlin und sein Stellvertreter Michael Schmidt am Freitag bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik. Bei 39 Fällen (zwei Prozent) handelte es sich um Verstöße gegen das Ausländerrecht wie illegale Einreisen. Diese Zahl liegt deutlich unter den 110 Fällen aus dem vergangenen Jahr, die indes ihrerseits ein Ausreißer waren – ein Zusammenhang mit den verschärften Kontrollen damals liegt nahe.
Deliktsbereiche: Etwa ein Viertel (608 Fälle) der Straftaten waren den „Rohheitsdelikten“ zuzuordnen; darunter allein 400 Körperverletzungen. 20 Prozent (490 Fälle) entfielen auf Diebstahl, 18 Prozent (457 Fälle) auf den Bereich Vermögens- oder Fälschungsdelikte, 14 Prozent (345 Fälle) waren Sachbeschädigungen.
Kriminalitätsbelastung und Aufklärung: Die Kriminalitätsbelastung – die Zahl der Fälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl – ist im Polizeirevier Schopfheim traditionell vergleichsweise harmlos. Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner, liegt die Zahl der Straftaten hier bei 5130 (2024: 5528) – in Lörrach sind es 7813, in Weil am Rhein 13 785, kreisweit 8690. Knapp 70 Prozent der Straftaten wurden aufgeklärt – eine Quote, für die Revierleiter Ühlin seinen Mitarbeitern eine „gute bis sehr gute Ermittlungsarbeit“ attestiert.
Diebstahl: Einen leichten Rückgang verzeichnet die Statistik bei den Diebstählen: 490 gegenüber 498 im Vorjahr. Deutlich gestiegen ist dabei allerdings die Zahl der schweren Fälle – wenn etwa eigens ein Schloss aufgebrochen oder eine Scheibe eingeschlagen wird: 214 Fällen in 2025 gegenüber 155 in 2024.
Einbrüche: Mit 25 Wohnungseinbrüchen verzeichnete man 2025 im Fünf-Jahres-Vergleich einen klaren Höchstwert und einen Wert über dem Zehn-Jahres-Schnitt. Gut die Hälfte immerhin blieb im Versuchsstadium stecken: „Das heißt: Die Einbrecher haben aufgeben, zum Beispiel, weil das Aufbrechen nicht gelungen ist oder weil es zu lange gedauert hat. Eine gute Einbruchsicherung zahlt sich also aus“, hinterlegt der stellvertretende Revierleiter Schmidt in diesem Zusammenhang.
Markant die Zahl in der Rubrik „Einbrüche in Dienst/Büroräume“: 32 gegenüber einstelligen Zahlen in den Vorjahren. Großen Anteil daran hat eine Einbruch/Diebstahl-Serie: Ein Postzusteller hatte reihenweise Pakete gestohlen, wurde aber letztlich überführt; ein großer Teil der 26 aufgeklärten Fälle dürfte denn auch auf dieses Konto gehen.
„Tatort Auto“ Kraftfahrzeuge (Kfz) waren in 24 Fällen Ziel von Einbrüchen; knapp über 30 waren es in den Vorjahren gewesen. Dazu gesellen sich die „Diebstähle aus unverschlossenen Kfz“: „30 Taten, die vermeidbar gewesen wären“, fasst Schmidt hier zusammen – „Gelegenheit macht nun mal Diebe.“
Fünf mal wurde in Gaststätten eingebrochen, wobei es zwei mal beim Versuch blieb und zwei der Taten aufgeklärt werden konnten.
Fahrraddiebstähle: Auf geschlagene 116 000 Euro summiert sich der Schaden der 67 (gemeldeten) Fahrraddiebstähle. „Hochpreisige Fahrzeuge wie E-Bikes werden bevorzugt, und die meisten Fälle bleiben ungeklärt“, halten die Beamten hier fest.
Körperverletzungen:+ Die Zahl der Körperverletzungen ist deutlich gesunken: 391 in 2025 gegenüber 455 im Vorjahr; zugleich liegt die Zahl klar überm Fünf-Jahres-Schnitt von 338. „Tendenz sinkend“ heißt es dabei sowohl bei den leichten wie bei den gefährlichen/schweren Fällen, die etwa ein Fünftel ausmachen (75 Fälle). Bemerkenswert hier die Aufklärungsquote von 92 Prozent.
Messerangriffe: Insgesamt 18 Messerangriffe gab es im Jahr 2025, gegenüber 16 in 2024 und 19 in 2023. Die Mehrzahl – 13 nämlich – ereignete sich nicht im öffentlichen Raum (s.u.).
Partnergewalt: Ein besorgniserregender Trend hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt: Die Fälle von Partnergewalt/häuslicher Gewalt sind das fünfte Jahr in Folge gestiegen, und zwar noch deutlicher als in den vorigen Jahren. 2025 wurden 138 Fälle bekannt, 2024 waren es 119 gewesen, 2023 106. In den Jahren 2021 und 2022 wurden 66 und 70 Fälle bekannt.
Gewalt gegen Polizeibeamte: Leicht rückläufig war die Gewalt gegen Polizeibeamte: Hier gab es 2025 19 Fälle – nach 20 in 2024 und einem Höchststand von 32 Fällen in 2023. Ein Dutzend der Vorfälle ereigneten sich in Schopfheim. Oft waren bei den Tätern Alkohol, Drogen oder psychische Erkrankungen im Spiel.
Rauschgiftkriminalität: Apropos Drogen: Die Rauschgiftkriminalität ist mit 58 Fällen im vergangenen Jahr weiter gesunken – gegenüber dem Vorjahr auf die Hälfte, gegenüber 2023 auf etwa ein Drittel. Der Grund liegt auf der Hand: Die Einführung des Cannabisgesetzes, das Besitz und Konsum von Cannabis in gewissem Rahmen legalisiert.
Vermögens- und Fälschungsdelikte: Etwa ein Fünftel der Straftaten im Polizeirevier Schopfheim entfiel 2025 auf den Bereich Vermögens- oder Fälschungsdelikte. Zugleich wuchs dieser Bereich das dritte Jahr in Folge an, von 362 in 2023 über 423 in 2024 auf 457 in 2025. In diesem Bereich ist ein weiteres Spektrum unterschiedlicher Vergehen gefasst – von der Urkundenfälschung über die Unterschlagung und den Waren– und Kreditbetrug bis zum Tankbetrug.
Fazit: „Man lebt hier sicher“, so das abschließende Fazit von Revierleiter Ralf Ühlin. „Sicherlich: Es passieren Dinge. Aber wir tun unser Bestes, um Taten aufzuklären – oder sie zu verhindern. Die Bevölkerung kann sich auf uns verlassen.“