Der neue Lörracher Revierleiter Christian Schmidt (l.) mit seinem Stellvertreter Christian Pfaff Foto: Bernhard Konrad

Die Anzahl der Straftaten ist in Lörrach im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben, die Aufklärungsquote ist leicht gesunken.

Der neue Lörracher Revierleiter Christian Schmidt und sein Stellvertreter Christian Pfaff haben am Montag erstmals die Zahlen für das Revier Lörrach vorgestellt, das heißt: für Lörrach, Steinen und Inzlingen – wobei von den 5025 Straftaten allein 4524 in Lörrach verübt wurden, 446 in Steinen und gerade mal 55 in Inzlingen.

 

Schmidt: „Erwartbares Maß an Kriminalität“

Aufs Ganze besehen sprach Schmidt von „einem erwartbaren Maß an Kriminalität“ in der Lerchenstadt“. Mit Blick auf die Fallzahlen fokussiert sich das Geschehen auf die Innenstadt mit facettenreicher Gastronomie, Handel und öffentlichem Leben bis in die Nacht. Unterm Strich, so Schmidt, sei Lörrach gewiss „eine Stadt, in der es sich gut leben lässt.“

Die vom Revierleiter präsentierten Zahlen fallen sämtlich in die Phase vor seinem Dienstantritt in der großen Kreisstadt. Eine gute Nachricht ist: Gewaltdelikte sind insgesamt um knapp 15 Prozent zurückgegangen, darunter Gewalt gegen Polizei und Körperverletzungen.

Partnergewalt nimmt weiter zu

Aber: Der Bereich „Partnergewalt“ nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Dies könnte auch mit der wachsenden Bereitschaft zusammenhängen, Gewalt im häuslichen Umfeld zur Anzeige zu bringen. Gleichwohl, so Schmidt, sei nach wie vor von einer hohen Dunkziffer auszugehen. Mehrere Abteilungen der Polizei arbeiteten in solchen Fällen vernetzt. Eine Koordinierungsstelle binde die Informationen zusammen. Die Aufklärungsquote habe 2025 wie im Jahr zuvor 100 Prozent betragen.

Anhaltend niedrig – kapp 21 Prozent – ist dagegen die Aufklärungsquote bei der Straßenkriminalität. Hier sei eine Zunahme von über 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. Auch deshalb sei die Präsenz von Polizeistreifen im öffentliche Raum erhöht worden. Der Bahnhofsplatz, so Schmidt auf Nachfrage unserer Zeitung, sei „ein Schwerpunkt, aber kein Brennpunkt.“

Die registrieren Diebstähle bleiben mit 1626 Fällen unverändert auf hohem Niveau. Ladendiebstähle sind um 15 Prozent zurückgegangen – womöglich aufgrund des verstärkten Einsatzes von Ladendetektiven.

Viele wertige Fahrräder gestohlen

Von Diebstählen betroffen sind weiterhin Fahrräder, insbesondere auch hochwertige E-Bikes. Nach einer Delle im Jahre 2024 (264) stieg die Zahl der registrieren Fälle auf ein Fünf-Jahres-Hoch (371).

Bei Rädern müsse unterschieden werden zwischen spontanen Diebstählen von Alltagsvelos und professionellen Tätern, die E-Bikes auch über die Grenze nach Frankreich schaffen. Mitunter stehe gerade bei teuren Rädern die Sicherung – das Schloss – nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Wert des Rads, so Schmidt.

Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei 27 – darunter elf vergebliche Versuche: Das sind sieben mehr als im Vorjahr, aber deutlich weniger als 2023 (43).

Lokale Presse hilft bei Sensibilisierung

Vermögens- und Fälschungsdelikte stiegen moderat an. Beim Enkeltrickbetrug erzielen professionelle Banden immer wieder Erfolge. Indes sei es erfreulich, dass viele Bürger – auch Dank der lokalen Presse – sensibilisiert seien für solche Betrugsversuche.

Über 80 Prozent der Tatverdächtigen sind erwachsen, lediglich sieben Prozent sind Heranwachsende (18 bis 21 Jahre), neun Prozent sind Jugendliche (14 bis 18 Jahren) und drei Prozent Kinder im Alter von weniger als 14 Jahren. Bei 2095 verübten Straftaten verzeichnete die Polizei 2025 insgesamt 1134 (54,1 Prozent) nichtdeutsche Tatverdächtige.