Der Polizeihauptkommissar von Haiterbach präsentiert die Statistik der Straftaten von 2024. Einige Werte zeigen, dass einzelne Straftaten im Vergleich zum Vorjahr zunehmen.
Wie viele Fälle gab es im vergangenen Jahr? Wie auffällig ist Haiterbach im Vergleich zu anderen Gebieten? Welche Straftaten werden am häufigsten begangen? Darüber informiert Polizeihauptkommissar Hubert Kreidler. Bei einer Sitzung des Gemeinderats präsentiert er jüngst Haiterbachs Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr.
Kreidler zeigt ein Diagramm zu den Fällen der vergangenen 13 Jahre. Darauf erkennt man: Im Vergleich zu 2023 gab es weniger Straftaten. Im Jahr 2024 hat es demnach 128 Fälle gegeben – neun weniger als im Vorjahr. Damit liegt die Stadt wieder unter dem Durchschnitt.
81 Fälle davon konnte die Polizei aufklären – das entspricht einer Aufklärungsquote von mehr als 63 Prozent. „Das ist ein ziemlich guter Wert“, sagt Kreidler zufrieden. Im Jahr 2022 hat es auch 128 Fälle gegeben. Im Vergleich lag die Aufklärungsquote damals aber nur bei 57 Prozent.
Aus den aufgeklärten Fällen geht hervor, dass 61 Täter männlich, 12 weiblich, acht Heranwachsende – das umfasst die Gruppe der 18 bis 21 Jährigen – und neun Jugendliche und Kinder waren. „36 Täter waren nicht deutsch“, ergänzt der Polizeihauptkommissar.
Am meisten Fälle gibt es in der Kernstadt
Mehr als die Hälfte der Fälle gibt es in der Kernstadt von Haiterbach. Am zweitmeisten kommt es in Oberschwandorf zu Vorfällen, mit knapp 16 Prozent. „Das sind nun mal auch die größten Gebiete“, meint der Hauptkommissar. Altnuifra gilt ein weiteres Jahr als der sicherster Stadtteil von Haiterbach. „Ob das daran liegt dass die Bürger dort besonders brav sind oder weil es da generell nur wenige Einwohner gibt, ist fraglich“, erklärt er.
Haiterbach ist aus polizeilicher Sicht unauffällig
Um die Kriminalität in Haiterbach mit anderen Gebieten vergleichbar zu machen, wird zur Ermittlung die Zahl der Fälle auf 100.000 Einwohner hoch- beziehungsweise runtergerechnet. Demnach liegt Haiterbach mit 2123 Fällen im Vergleich zu Nagold mit 4438 und dem Landkreis Calw mit 3009 Fällen im unteren Bereich.
In Haiterbach sind die meisten Straftaten Fälle von Raub und Körperverletzung – zusammen fast 26 Prozent. Damit sind es prozentual mehr als in Baden-Württemberg mit knapp 17 und im Kreis Calw mit rund 21 Prozent.
Besonders auffällig sei allerdings noch ein anderer Wert gewesen: Obwohl die Zahl der Körperverletzungen von 2023 auf 2024 von 24 auf 18 Prozent gesunken ist, ist die Zahl der Delikte gegen die persönliche Freiheit von 5 auf 15 Prozent gestiegen. Dazu gehörten beispielsweise auch Bedrohungen.
Fast doppelt so viele Sexualstraftaten
Am zweithäufigsten geschehen Delikte aus der Gruppierung „sonstige Delikte“. Dazu gehören Sachbeschädigung und auch Beleidigung. Bei genauerer Betrachtung fällt auf: Etwa sechs Prozent der Fälle insgesamt handeln von Sexualstraftaten – „Dazu gehören beispielsweise auch unangebrachte Bemerkungen gegenüber Frauen“, ergänzt Kreidler. Der Anteil ist fast doppelt so hoch im Vergleich zu Baden-Württemberg mit 2,5 Prozent. Auch der Kreis Calw hat mit knapp vier Prozent anteilig weniger Sexualstraftaten.
Außerdem habe sich die Zahl der Diebstähle von zwei auf acht erhöht – damit hat sich die Anzahl vervierfacht. Betroffen ist ist vor allem der Supermarkt und das Industriegebiet. Auch zu Wohnungseinbrüchen komme es in diesem Zusammenhang oft – wenn auch nicht im vergangenen Jahr. „Vor allem ab Ende Oktober, wenn es nach der Zeitumstellung früher dunkel wird. Das merkt man sehr deutlich“, erklärt Kreidler.