Im Polizeiposten Sulz zeigen die Ordnungshüter Präsenz. Das freut nicht nur Bürgermeister Jens Keucher. Foto: Schneider

Eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote und wenig Straftaten – so skizziert Timo von Au die Polizei-Statistik für das Jahr 2025 in Sulz. Allerdings gibt es Ausreißer.

In Sulz haben Straftäter schlechte Karten – denn die Aufklärungsquote liegt bei 73,9 Prozent und ist damit so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. „Damit liegen wir mit über elf Prozent sehr deutlich über der Quote im Land“, zieht Timo von Au im Gemeinderat ein positives Fazit.Das sei der guten Ermittlungsarbeit der Kollegen auf dem Posten Sulz zu verdanken. „Dass muss man erst mal nachmachen“, zollt ihnen der Leiter des Polizeireviers Oberndorf Respekt – und blickt gleichzeitig auf die umliegenden Kommunen. Denn wie schon 2024 hat Sulz auch 2025 die wenigsten Straftaten zu verzeichnen. Kam es in Rottweil zu 1223 Delikten und in Schramberg zu 749, zählte man in Oberndorf 525 Vorfälle, während Sulz mit 360 das Schlusslicht bildet.

 

Friedvolles Fischingen

„In Sulz kann man sehr sicher leben“, fasst Au zusammen. In der Kernstadt hat es 26 Fälle mehr – oder einen Anstieg um 13,4 Prozent – auf 220 Straftaten gegeben. Damit liegt man fast genau auf dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre. Der Mittelwert ist nämlich bei 219 Straftaten.In den Stadtteilen ist es deutlich ruhiger zugegangen. Dort verzeichnet man einen Rückgang von insgesamt sechs Straftaten – oder 5,5 Prozent. „Das sind alles sehr geringe Zahlen“, weist Au auf die schon 2024 niedrige Delinquenz in den Teilorten hin. Während für einzelne Teilorte marginale Zunahmen verzeichnet wurden, ging die Zahl allein in Fischingen um sieben Straftaten zurück: Waren es dort 2024 noch 13 Straftaten, sank die Anzahl im Folgejahr – um 53,8 Prozent – auf sechs.

Gesetz zeigt Wirkung

Die Häufigkeitszahl – also die bekannt gewordenen Fälle, errechnet auf 100.000 Einwohner – stieg für Sulz um 5,5 Prozent auf 2802 und ist der zweitniedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre. Lediglich das Jahr 2024 hatte mit einer Zahl von 2657 noch niedrigere Werte aufzuweisen.Im Bereich der Rauschgiftkriminalität ist ein Rückgang von 71,4 Prozent zu verzeichnen. Waren es 2024 noch 21 Fälle, sank die Zahl 2025 auf sechs. „Das geht auf die gesetzliche Änderung zurück“, spricht Achim Haag, Leiter des Polizeipostens Sulz, die Teillegalisierung von Cannabis an. Bei den jetzigen Delikten in Zusammenhang mit Betäubungsmitteln liege der Schwerpunkt meist auf Amphetaminen.

„Historisch niedriges Niveau“

Die Zahl der Rohheitsdelikte – Raub, Körperverletzung, Bedrohung oder Freiheitsberaubung – ist um 31,4 Prozent von 70 auf 92 Fälle deutlich angestiegen. Die 92 Delikte stellen damit auch den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre dar, wobei einfache Körperverletzungen mit 43 Fällen den Hauptteil ausmachen.

Die Zahlen der Wohnungseinbrüche ist mit fünf Fällen von Wohnungseinbruchsdiebstählen und keinem einzigen Tageswohnungseinbruch innerhalb von fünf Jahren sehr gering. „Ein historisch niedriges Niveau“, hebt Au hervor. Bei der Diebstahlskriminalität ist ein Anstieg um 21 Fälle von 75 Diebstählen im Jahr 2024 auf 96 im Jahr 2025 festzustellen. Darunter fallen auch schwere Diebstähle, sprich, wenn ein Gebäude abgeschlossen ist und der Täter ein Hindernis überwinden muss.

Internationale Zusammenarbeit

„Hier gibt es einen Anstieg um 70 Prozent von 20 auf 34 Fälle“, erläutert Haag. Die Häufung resultiere aus zwei Einbruchserien, bei der es in einem Fall schon zu einer Verurteilung gekommen und die zweite so dilettantisch umgesetzt worden sei, dass es bei den Fällen zwar Einbruchsspuren, aber kein erfolgreiches Eindringen gegeben habe.

Gestiegen sind auch die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – und zwar um zwei Fälle auf 19 Taten. Der Großteil davon – zwölf Fälle – auf die Verbreitung pornografischer Inhalte zurückzuführen, was auch an entsprechenden Weiterleitungen von US-Organisationen wie dem „National Center for Missing & Exploited Children“ liegt.

Polizei zeigt Präsenz

Bei der häuslichen Gewalt ist ein starker Anstieg der Fallzahlen im Bereich Partnergewalt festzustellen. Die Zahlen sind um 75 Prozent von 20 auf 35 Fälle gestiegen, was einer Steigerung um 15 Fälle entspricht. Bei den meisten Sachverhalten handelt es sich um Körperverletzung. „Wechselseitige Beleidigungen werden bei uns doppelt gezählt“, ergänzt Haag die Erfassung bei verbalen Partnerschaftskonflikten.

„Danke, dass Sie für die Bevölkerung da sind und Präsenz zeigen“, zeigt sich Bürgermeister Jens Keucher erfreut. Nicht nur die Sulzer Bürger seien sicher – sondern auch der Polizeiposten im kommunalen Gebäude in der Unteren Hauptstraße 5 – und zwar vor unerwarteten Mieterhöhungen, schmunzelt er.