Zum ersten Mal erläuterte Polizeikommissarin Martina Reimann die Kriminalitätsstatistik im Gemeinderat Simmersfeld – rechts neben ihr Bürgermeister Jochen Stoll. Foto: Köncke

36 angezeigte Straftaten haben sich im vergangenen Jahr im Simmersfeld ereignet. 20 Tatverdächtige wurden verhört. Die Aufklärungsquote lag bei 61 Prozent.

Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die zum ersten Mal von Polizeikommissarin Martina Reimann vorgestellt und erläutert wurde. Im Vergleich zu 2022 ist die Zahl der Delikte um 28 Fälle zurückgegangen, und es wurden 15 Tatverdächtige weniger verhört. Die Aufklärungsquote lag im Vergleich zum Vorjahr ziemlich gleich.

 

Bei den Betrügereien hätte die Rate laut Reimann noch höher ausfallen können, wenn die Täter nicht überwiegend aus dem Ausland operieren würden und die dortigen Polizeibehörden oft nur ein geringes Interesse an der Aufklärung zeigten. Die Cyberkriminalität nehme allgemein zu, nicht nur beim sogenannten „Enkeltrick“ mit Schockanrufen bei Familienangehörigen, sondern auch durch „Fake-Shops“, bei denen Bestellungen im Internet nur gegen Vorkasse geliefert werden und man auf das Eintreffen der Ware vergeblich warte.

Körperverletzungen vor allem im häuslichen Bereich

Solche Betrügereien habe es im vergangenen Jahr auch in Simmersfeld mehrmals gegeben. Bei elf Körperletzungen, überwiegend im häuslichen Bereich, wurden Ermittlungen aufgenommen – im Jahr zuvor waren es laut Statistik nur fünf Übergriffe. Gleich geblieben ist die Zahl von zwei Beleidigungen. Sachbeschädigungen gab es einmal. 2023 mussten weder der unerlaubte Besitz von Drogen noch der Handel mit Schmuggelware und ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz im Rahmen des Asylverfahrens geahndet werden.

Beim einfachen Diebstahl wurde der Polizei die Entnahme von Gegenständen aus einem nicht verschlossenen Auto gemeldet. Beim Diebstahl unter erschwerten Umständen wurden im vergangenen Jahr einmal 500 Euro und einmal 300 Euro erbeutet. Bei zwei Wohnungseinbrüchen durch die Waschküche blieb es beim Versuch. Eine sexuelle Belästigung wurde einmal registriert.

„Zwei sind gegangen und einer ist gekommen“

Im Vergleich zu größeren Städten könne man in Simmersfeld relativ sicher leben, betonte Reimann, die im Herbst vergangenen Jahres die Leitung der Dienststelle als Nachfolgerin von Polizeihauptkommissar Dieter König übernommen hat und ab 2014 als dessen Stellvertreterin fungierte.

Der Polizeiposten ist für die Stadt Altensteig und die Gemeinden Egenhausen und Simmersfeld zuständig. „Zwei sind gegangen und einer ist gekommen“, blickte die Polizeikommissarin auf die Beschäftigungszahl mit gegenwärtig fünf Vollzeitkräften und einer Beamtin mit einem 25-Prozent-Auftrag.

Nicht glücklich über Freigabe von Cannabis

Obwohl sie in der Statistik nicht auftauchen, wurden wie beim Vorgänger die Verkehrsunfälle auf Gemarkung Simmersfeld bekanntgegeben. Einmal sei ein Toter zu beklagen gewesen, außerdem habe es drei Schwerverletzte, zwei Leichtverletzte gegeben und einmal mit schwerwiegendem Sachschaden.

Bei der anschließenden Aussprache wurde gefragt, wie Reimann die beschlossene Freigabe von Cannabis beurteile. Glücklich sei sie darüber nicht, lautete die Antwort. Wegen der Beachtung unterschiedlicher Bestimmungen seien die Ermittlungen komplizierter und der Konsum oftmals als Einstieg in härtere Betäubungsmittel.