Die Monate Oktober bis März sind laut Polizei Hochsaison der Einbrecher. (Symbolfoto) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

In den sozialen Medien wird derzeit vor Einbrechern in Schiltach und Schenkenzell gewarnt. Was weiß die Polizei davon – und wie schätzt sie die Gefahr ein?

„ACHTUNG!!! Einbrecher sind in Schiltach unterwegs. Momentan wohl vor Heubach und Grubacker. Bitte guckt das ihr alles absichert“, warnt eine Nutzerin in einer Facebook-Gruppe. „Vor 2 Tagen Am Lehen auch jemanden tagsüber beobachtet der alles genau angeschaut hat“, kommentiert eine weitere Nutzerin darunter.

 

Weitere Warnungen schließen sich an: „Letzte Nacht wurde aus unserem Auto Geld gestohlen. Aufgepasst es sind wieder Einbrecher unterwegs“. Auch in einer Schenkenzeller Gruppe kursieren solche Meldungen: Dort sei „an verschiedenen Orten“ etwas entwendet worden, schreibt eine Nutzerin.

In der Gemeinderatssitzung in Schiltach erkundigte sich daher Timmy Niehoff in der Bürgerfragestunde, ob ein erhöhtes Einbruchvorkommen bekannt sei. Doch die Verwaltung wusste von nichts.

Das sagt die Polizei

Was weiß die Polizei? Auf Anfrage teilt Sprecherin Nicole Minge vom Polizeipräsidium Konstanz mit, dass in Schiltach tatsächlich ein Anstieg von Tageswohnungseinbrüchen zu verzeichnen sei – bezieht sich dabei aber auf das gesamte Jahr 2024. Und diese Entwicklung sei wiederum zu relativeren, da es in den vergangenen Jahren sehr wenige Vorfälle gegeben habe, so Minge. So verzeichnet die Kriminalstatistik für 2019 und 2023 lediglich einen Wohnungseinbruch in Schiltach – und für die Jahre dazwischen keinen einzigen.

Doch wie ist die Gefahr aktuell einzuschätzen, schließlich sind die Meldungen auf Facebook alle nur wenige Tage alt? Unsere Redaktion hakt erneut bei Minge nach. Die Sprecherin erklärt daraufhin, dass es „aktuell keine konkreten Hinweise“ zu Einbrechern gebe.

Hinweise auf Personen, die Häuser fotografieren

Ein Verdacht scheint allerdings bei der Polizei angekommen zu sein: „Wir haben Hinweise, dass fremde Personen unterwegs seien, die Häuser fotografieren“. Hierzu teilt Minge mit: „Wichtig wäre hier, uns diese Erkenntnisse sofort mitzuteilen mit eben den Kennzeichen der benutzten Autos und Personenbeschreibungen. Dann können wir sofort dem nachgehen.“

Die Sprecherin versichert, dass die Polizei „auch in Schiltach und Schenkenzell vermehrt wegen der Einbruchskriminalität unterwegs“ sei.

Diese Tipps gibt die Polizei zum Schutz vor Einbrechern

1. Die Hauseingangstüre sollte auch tagsüber geschlossen gehalten werden. Es sollte immer geprüft werden, wer ins Haus will, bevor die Tür geöffnet wird.

2. Fremde Personen sollten nicht in die Wohnung gelassen werden.

3. Auf fremde Personen im Haus und auf dem Grundstück sollte geachtet werden.

4. Die Wohnungstür sollte nicht nur „ins Schloss fallen“ gelassen, sondern immer zweifach abgeschlossen werden. Dies gilt auch für Keller, Garagen und Speicher.

5. Der Haus- und Wohnungsschlüssel sollte niemals außerhalb der Wohnung versteckt werden.

6. Bei Verlust des Schlüssels sollte unverzüglich der Schließzylinder ausgewechselt werden.

7. Auch bei kurzer Abwesenheit sollten Fenster- und Balkontüren verschlossen werden. Gekippte Fenster und Balkontüren öffnen Einbrecher besonders schnell.

8. Es sollte dafür gesorgt werden, dass die Wohnung auch bei längerer Abwesenheit bewohnt erscheint. Beispielsweise sollte der Briefkasten geleert werden.

9. In sozialen Netzwerken (zum Beispiel durch Statusmeldungen) sollten keine Hinweise auf eine längere Abwesenheit gegeben werden. Dies gilt ebenso für Anrufbeantworter/Mailboxen.

10. Bei verdächtigen Wahrnehmungen sollte unverzüglich der Polizei-Notruf 110 gewählt werden. Es sollte niemals versucht werden, Einbrecher selbst festzuhalten.

11. Die Nachbarn sollten kennengelernt und der Austausch gepflegt werden. Man sollte ihnen Bescheid geben, wenn man in den Urlaub fährt.

12. Verdächtige Wahrnehmungen sollten unverzüglich bei der Polizei gemeldet und Autokennzeichen sowie Personenbeschreibungen notiert werden.