In jüngster Zeit greifen Diebe immer häufiger in nicht verschlossene Autos. Foto: dpa/Warnecke

Enzo Cicero, neuer Leiter des Polizeireviers Horb, hat dem Gemeinderat erstmals die Kriminalstatistik für Pfalzgrafenweiler präsentiert. Insbesondere die bisherigen Zahlen für dieses Jahr stimmen ihn zuversichtlich.

Tagesaktuell stellte Enzo Cicero in seinem Vortrag in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Zahlen für 2024 und die aus dem gesamten Jahr 2023 vor. Im vergangenen Jahr waren es 253 Straftaten, Stand 15. Oktober sind es aktuell 124.

 

Ein Rückgang der Straftaten, so Polizeihauptkommissar Cicero, sei also erkennbar. Er geht davon aus, dass bis zum Jahresende rund 30 Prozent weniger Straftaten als 2023 in die nächste Kriminalstatistik einfließen.

Die meisten Straftaten im vergangenen Jahr entfielen mit Betrügerei auf sogenannte Vermögens- und Fälschungsdelikte. Von 74 Straftaten (33 sind es bislang dieses Jahr) wurde in 14 Fällen Tankbetrug (drei Fälle dieses Jahr) dokumentiert, was auf die hohen Spritpreise zurückzuführen sei.

Appell: Fahrzeuge abschließen

63 einfache Diebstähle waren es im vergangenen Jahr, 2024 sind es bislang 29. Schwerpunkt mit 24 Fällen waren Diebstähle aus Kraftfahrzeugen. Cicero appellierte an die Besitzer, ihre Fahrzeuge abzuschließen. Kameraaufzeichnungen könnten bei der Aufklärung solcher Fälle hilfreich sein.

31 Diebstähle unter erschwerenden Bedingungen (keine aus Kraftfahrzeugen in diesem Jahr) wurden 2023 registriert. In 17 Fällen wurden diese einem Serientäter zugeordnet, so der Revierleiter.

Rohheitsdelikte sind rückläufig. 23 Straftaten gegen die persönliche Freiheit (22 in diesem Jahr), darunter ein räuberischer Diebstahl und ein schwerer Raub, wurden im vergangenen Jahr begangen. Zu den Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung zählen etwa sexuelle Belästigung oder sexueller Missbrauch von Kindern, aber auch Verbreitung kinderpornografischer Daten. Laut Statistik waren es 2023 sieben Fälle, dieses Jahr bislang vier.

Ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz

Sechs Erpressungsfälle im vergangenen Jahr, je elf Sachbeschädigungen und je sechs Fälle in beiden Jahren, bei denen Daten ausgespäht wurden, entfallen auf sonstige Straftatbestände. Insgesamt waren es 42 im vergangenen und bislang 30 in diesem Jahr.

Neun Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, primär wegen Cannabis, wurden 2023 registriert. 2024 gab es einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz mit “Polen-Böllern“, die schwere Verletzungen verursachen können.

Politische Straftaten wurden in diesem Jahr keine begangen. 2023 lag eine solche Straftat wegen Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen in der Öffentlichkeit vor.

Probleme in Asylunterkünften

An den Asylunterkünften in der Gottfried-Joos-Straße (belegt mit 36 Personen) und der Jahnstraße (belegt mit 56 Personen) wurden insgesamt 15, in diesem Jahr zehn Straftaten begangen. Schwierigkeiten sieht Cicero dabei aufgrund anderer Wertevermittlung in den afrikanischen Herkunftsländern. In sieben Fällen begingen die Bewohner 2023 und in diesem Jahr dreimal Straftaten gegeneinander.

Aus polizeilicher Sicht, so Cicero, seien keine deliktischen Kriminalitätsschwerpunkte in Pfalzgrafenweiler erkennbar. Überdies seien die Landkreise Freudenstadt und Calw durch recht wenig Kriminalität gesegnet. Der Bericht zur Kriminalstatistik gebe ein gutes Gefühl und vermittle Sicherheit, sagte Bürgermeister Dieter Bischoff abschließend und dankte Cicero.