Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr in Freudenstadt leicht gesunken. (Archivbild) Foto: Beyer

Die Zahl der Straftaten in Freudenstadt ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Doch in manchen Teilen der Stadt steigen auch die Fallzahlen, wie die Statistik der Polizei zeigt.

Freudenstadt ist im vergangenen Jahr ein Stück weit sicherer geworden. Zumindest deutet darauf die Statistik der Polizei hin, die am Dienstag im Freudenstädter Gemeinderat vorgestellt wurde. Demnach wurden im vergangenen Jahr 1209 Straftaten registriert und damit 28 weniger als im Jahr 2023, als 1237 Straftaten erfasst wurden.

 

Damit setzt sich ein langjähriger Abwärtstrend bei den Fallzahlen fort. Denn im Jahr 2016 lag die Zahl der Straftaten noch bei 1442. Nur im Corona-Jahr 2021 wurden deutlich weniger Fälle als aktuell registriert – nämlich 1033.

Dass Freudenstadt kein Kriminalitäts-Hotspot ist, zeigt auch der Blick auf die sogenannte Kriminalitätsbelastung. Dabei wird hochgerechnet, wie viele Straftaten auf 100 000 Einwohner entfallen. Der entsprechende Wert von Freudenstadt liegt hier bei 5177. Damit liegt die Stadt deutlich über dem Wert für den Kreis Freudenstadt, der bei 3438 liegt.

Nicht ungewöhnlich

Ungewöhnlich ist das aber nicht, wie Gerold Schumacher, der Leiter des Polizeireviers Freudenstadt, im Gemeinderat erklärte. „Ländliche Gemeinden sind traditionell weniger belastet als der städtische Raum.“

Und so steht Freudenstadt im Landes- und Bundesweiten Vergleich relativ gut da. Denn Freudenstadt liegt bei der Kriminalitätsbelastung knapp unter dem Durchschnittswert für Baden-Württemberg von 5179, und deutlich unter dem Wert für ganz Deutschland, der 6995 Fälle pro 100 000 Einwohner beträgt.

Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es aber auch einzelne Teile der Stadt, wo die Kriminalität zugenommen hat. „Von Interesse ist der Stadtbahnhof. Wir sehen hier einen Anstieg der Straftaten“, erklärte Schumacher.

So wurden im vergangenen Jahr beim Stadtbahnhof 35 Straftaten registriert. Im Jahr davor waren es noch 26. Ein langjähriger Trend lässt sich daraus aber nicht ablesen. Denn tatsächlich war die Zahl der Fälle im Jahr 2023 ungewöhnlich niedrig. So wurden 2022 am Stadtbahnhof 58 Straftaten registriert, 2019 waren es 49 und damit deutlich mehr als im zurückliegenden Jahr. Und so meinte dann auch Schumacher: „Es ist keine ungewöhnlich hohe Zahl.“

Und obwohl der Stadtbahnhof als Brennpunkt gilt, ist die Entwicklung in einem anderen Stadtteil auffälliger. So wurden im vergangenen Jahr am Schul- und Sportzentrum 146 Straftaten registriert und damit 21 mehr als im Jahr zuvor. Der Wert stellt nur deshalb keinen langjährigen Höchstwert dar, weil bereits 2022 am Schul- und Sportzentrum 146 Fälle registriert wurden. Dass die Tendenz aber langfristig nach oben weist, zeigt der Blick auf das Jahr 2016. Da lag am selben Ort die Zahl der Fälle noch bei 27.

Schumacher ordnet ein

Doch so alarmierend, wie die Zahlen wirken, sind sie offenbar nicht. „Man muss einfach schauen, wie sich die Stadt entwickelt hat, auch baulich“, erklärt Schumacher auf Anfrage unserer Redaktion. So sei zum Beispiel in dem Bereich das Schwarzwald-Center neu dazu gekommen. Bei so niedrigen Basiszahlen wie in Freudenstadt könnte schon die Eröffnung eines Geschäfts für erheblich steigende Fallzahlen sorgen.

Ein Blick auf die verschiedenen Deliktbereiche zeigt, dass bei den meisten Straftaten die Fallzahlen nur leicht gestiegen oder leicht gesunken sind. Der stärkste Anstieg ist noch bei den Sachbeschädigungen zu beobachten, von 129 Fällen im Jahr 2023 auf 153 im Jahr 2024. Ein langfristiger Trend zeichnet sich aber auch hier nicht ab. So lag die Zahl der Sachbeschädigungen im Jahr 2022 mit 211 Fällen noch deutlich höher.