Achtung! Einbrecher sind unterwegs (Symbolfoto). Foto: © Dan Race - stock.adobe.com

Was ist los in Bad Herrenalb? Dort ist es zuletzt zu gleich drei Einbrüchen gekommen: Besteht ein Zusammenhang zwischen den Taten, zwei davon in Neusatz, und ermittelt die Polizei noch?

Über mangelnde Blaulichteinsätze können sich die Bad Herrenalber momentan nicht beschweren: In der Innenstadt attackierte Anfang voriger Woche ein Mann Passanten, tags drauf gab es einen Gasalarm in der Gernsbacher Straße. Und im Juni schlugen gleich dreimal Einbrecher zu. Diese drei Fälle beschäftigen die Polizei immer noch.

 

Gleich zweimal trifft es Neusatz Als Erstes traf es Neusatz: Zwischen dem Abend des 12. Juni und dem Vormittag des 13. Juni drangen unbekannte Täter in ein Wohnhaus in der Neusatzer Hindenburgstraße ein. Zunächst berichtete die Polizei, dass die Einbrecher das Haus durchwühlten und Gegenstände von noch unbekanntem Wert klauten.

Inzwischen wissen die Ermittler: Es handelte sich beim Diebesgut um „Haushaltsgegenstände und Münzen in noch unbekannter Höhe“, wie Benjamin Koch, Leiter der Pressestelle im Polizeipräsidium Pforzheim, berichtet. Und weiter: „Im zweiten Objekt haben die Täter offenbar nichts entwendet.“

Das zweite Objekt ist ein weiteres Haus in der Hindenburgstraße, das zwischen dem 16. Juni und dem frühen Morgen des 17. Juni ebenfalls Ziel von Einbrechern wurde. Auch dort seien die Räume durchwühlt worden. „Die Ermittlungen des Polizeipostens Bad Herrenalb in beiden Fällen dauern an“, teilt Koch mit. Dies auch im Hinblick auf einen möglichen Tatzusammenhang, schließlich befinden sich beide Häuser in derselben Straße.

Beute-Höhe lässt keine Schlüsse auf Professionalität der Täter zu

Diesmal wird Schule zum Tatort Zu einem weiteren Einbruch kam es dann etwa zwei Wochen später: Dieses Mal traf es die Falkensteingrundschule in Bad Herrenalb. Offenbar verschafften sich der oder die Täter in der Zeit von Mittwoch auf Donnerstag, 25. auf 26. Juni, zwischen 18.30 und 6.20 Uhr gewaltsam Zutritt in das Gebäude.

Sie brachen Türen sowie weitere Gegenstände auf und konnten unerkannt flüchten. Der Sachschaden und das Diebesgut belaufen sich jeweils auf einen dreistelligen Eurobetrag. Eine relativ geringe Beute.

Handelt es sich bei den Einbrechern etwa um Amateure, die nicht wussten, dass sie kaum etwas erbeuten würden? Dieser Schluss lässt sich aus Sicht der Polizei nicht ziehen. „Nachdem immer mehr Schulen auch über teils sehr hochwertige digitale Technik und Geräteausstattung verfügen, können keine allgemeingültigen Aussagen über die zu erwartende Beute getroffen werden“, erklärt Rico Kockrich, ebenfalls Sprecher im Pforzheimer Präsidium. „Insofern seien „Schlussfolgerungen hinsichtlich der Professionalität der Täterschaft eher spekulativ“. Dass womöglich zwischen den Taten in Neusatz und dem Einbruch in der Schule ein Zusammenhang besteht, „kann bisher nicht vollständig ausgeschlossen werden, jedoch liegen bisher auch noch keine Hinweise vor, die auf einen solchen schließen lassen“, erläutert Kockrich weiter.

Bei neuen Erkenntnissen gehen Ermittlungen weiter

Dauer der Ermittlungen „Eine pauschale Angabe, wie lange in Einbruchsfällen polizeiliche Ermittlungen geführt werden, ist nicht möglich“, erklärt der Polizeisprecher. Dies sei auch abhängig von der jeweiligen Spurenlage und davon, wie viele Ermittlungsansätze vorliegen. Außerdem gelte: Wenn sich neue Erkenntnisse ergeben, werden auch Ermittlungen, die bereits abgeschlossen sind, wieder aufgenommen.

So oft fasst die Polizei Einbrecher Nach Angaben des Präsidiums lag die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstählen im Kreis Calw 2024 bei 33,3 Prozent.

„Im Deliktsbereich ,Besonders schwerer Diebstahl aus Dienst- und Büroräumen’, worunter auch der Einbruch in das Schulgebäude fällt, lag die Aufklärungsquote im selben Zeitraum im Landkreis Calw bei 36,4 Prozent“, berichtet Rico Kockrich.

Die Zahlen für 2024 lägen damit „deutlich über den Vorjahreswerten“ von 2023. Und, wie der Sprecher hinzufügt, „über dem Landesdurchschnitt“ in der polizeilichen Kriminalstatistik Baden-Württemberg 2024. Außerdem teilt die Polizei mit, dass sie trotz der jüngsten Einbrüche keinen signifikanten Fallzahlenanstieg im Bereich Calw erkennen könne.

Das Rät die Polizei

Internetseite
Auf der Seite www.k-einbruch.de finden sich Tipps zum Einbruchschutz. Dort heißt es unter anderem: „Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit.“ Selbst nur gekippte Fester seien leicht zu öffnen. Rollläden dagegen sollten nachts geschlossen werden, nicht aber tagsüber – „damit sie nicht sofort Ihre Abwesenheit signalisieren“.

Beratungsstellen
Darüber hinaus weist das Präsidium Pforzheim darauf hin, dass sich Bürger an das Referat Prävention wenden können, um sich zum Thema Grundschutz beraten zu lassen. Kontakt: unter Telefon 07231/ 1 86 12 01 und per E-Mail an pforzheim.pp.praevention @polizei.bwl.de.