Präsentierten die Kriminalitätsstatistik 2025 (v.l.): Polizeivizepräsident Uwe Oldenburg, Polizeipräsident Norbert Schneider und Armin Bohnert, Leiter der Kriminalpolizeidirektion Freiburg. Foto: Polizeipräsidium Freiburg

Im digitalen Raum nehmen Straftaten spürbar zu und stellen Ermittler des Polizeipräsidiums Freiburg vor zunehmende Herausforderungen.

Vermögens- und Fälschungsdelikte machen rund 18 Prozent der insgesamt 70 079 Fälle der Allgemeinkriminalität im Polizeipräsidium Freiburg aus. Im vergangenen Jahr sind die Zahlen um 5,6 Prozentpunkte auf 12 477 Fälle gestiegen – im Landkreis Lörrach betrug der Zuwachs vier Prozentpunkte: 2152 Fälle schlugen laut der jüngst vorgestellten polizeilichen Kriminalstatistik zu Buche.

 

Einen markanten Zuwachs von 61 auf 139 Delikte stellte die Polizei beim Kapitalanlagebetrug fest – ebenso bei Betrug mit unbaren Zahlungsmitteln. Die Schadenssumme sei enorm, wie Armin Bohnert, Leiter der Kriminalpolizeidirektion Freiburg, im Rahmen der Vorstellung des Zahlenwerks anmerkte.

Auf 42,6 Millionen Euro beläuft sich der zur Anzeige gebrachte Schaden im Inland. Das entspricht einem Plus von 16,7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Mehr als drei Viertel der Fälle sind laut Polizei allgemeine Betrugsdelikte mit einem Schaden von 33,2 Millionen Euro. Immerhin: Jedes zweite Betrugsdelikt könne aufgeklärt werden, wie Polizeipräsident Uwe Oldenburg sagte. Allerdings sank die Quote um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Vermögens- und Fälschungsdelikte ermöglichen typischerweise eine Täterhandlung aus dem Ausland heraus, während der Schaden im Inland eintritt“, so Bohnert. So führt die Statistik auch die Taten mit Auslandsbezug auf, sodass unter dem Strich ein Schaden von knapp 63 Millionen Euro und 18 302 Straftaten stehen.

Internet wird zum Tatort

Viele Delikte wanderten ins Internet ab, wie weiter zu erfahren war. Hierbei stelle Cybercrime eine große Herausforderung dar, machte Schneider deutlich. Man werde mit vielen Delikten regelrecht überrollt, verwies er auf Straftaten wie Computerbetrug oder das Ausspähen und Abfangen von Daten. Um gegensteuern zu können, sei man „auf den geschulten Bürger angewiesen“.

Cybercrime im engeren Sinne seien hochtechnische Straftaten, die eine ebenso hochtechnische Ermittlungsarbeit aufseiten der Polizei erforderten, erklärte der Polizeipräsident.

Mehr Cybercrime-Straftaten

Derweil macht Cybercrime nur zwei Prozent aller Delikte im Polizeipräsidium Freiburg aus. Entgegen dem Landestrend stieg die Zahl der Cybercrime-Straftaten erneut, und zwar um 18,6 Prozentpunkte auf 1707 Delikte – rund 21 Prozent der Fälle konnte die Polizei aufklären. Dies sei der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre, hieß es weiter. Berücksichtigt man zusätzlich die Kriminalitätszahlen mit Auslandsbezug, so sind es insgesamt 3496 registrierte Straftaten bei einer Schadenssumme von drei Millionen Euro. Die Aufklärungsquote bei den Taten mit Auslandsbezug ist mit 2,3 Prozent deutlich geringer. Mit einem Anteil von 70 Prozent im Inland dominiert der Computerbetrug. Auch hier gab es einen Anstieg zu vermelden. So stieg das Ausspähen und Abfangen von Daten um rund 57 Prozent auf 327 Fälle, hieß es abschließend.