Betrug per Nachricht fängt oft harmlos an. Foto: Stephanie Krämer

Immer wieder gelingt es Tätern, ihren Opfern viel Geld abzuknöpfen. Wir geben eine Übersicht über fünf gängige Betrugsmaschen.

Immer wieder berichtet die Polizei, wie es Betrügern gelingt, ihre Zeitgenossen zu berauben. Sogenannte Schockanrufe, insbesondere der „Enkeltrick“, bei dem fremde Anrufer vorgeben, das Enkelkind des Angerufenen zu sein und sich in einer Notlage zu befinden, häufen sich – auch im Landkreis Calw.

 

Doch es gibt weitere perfide Maschen. Nicht immer sind die Täter dabei in der virtuellen Welt unterwegs. Zwei Dinge verbinden die Betrugsfälle jedoch: Es geht immer darum, Geld oder Wertgegenstände zu erbeuten. Und oftmals sind Senioren die Opfer.

Ein Geschenk? Von wegen

Kettentrick Erst vor wenigen Wochen berichtete die Polizei von einem Fall des sogenannten Kettentricks. In Leonberg hatte ein Unbekannter dabei vor einem älteren Passanten so getan, als bücke er sich gerade, um eine am Boden liegende Kette aufzuheben. Anschließend fragte er den Senior, ob er diese Kette nicht haben wolle und legte sie dem Mann einfach um den Hals. Bei dieser Gelegenheit öffnete der Täter die Halskette, die der Senior bereits trug.

Das bemerkte der Mann zwar und konnte den Diebstahl seiner eigenen Kette verhindern – allerdings gelang es dem Täter, den Ehering zu klauen, den sein Opfer an der Kette getragen hatte.

Die perfide Liebes-Lüge

Scamming Das englische Verb „to scam“ bedeutet „jemanden übers Ohr hauen oder um etwas prellen“. Die vermutlich berühmteste Variante ist das „Love Scamming“, bei der die Täter Liebe vortäuschen, um ihre Opfer abzuzocken. Die Kontakte entstehen meist über Internet-Partnerbörsen oder soziale Medien.

Laut Polizei machen sich die Täter schnell im Leben ihrer Opfer unverzichtbar durch ständiges Chatten oder lange Telefonate. Meist gaukeln sie eine komplizierte Lebensgeschichte vor – und irgendwann benötigen sie Geld von ihrem Opfer, um angebliche Probleme zu lösen.

„Hilfe“ bei Computerproblemen

Falsche Microsoft-Mitarbeiter Sie rufen an und behaupten, mit dem Computer des Angerufenen gebe es ein Problem: irgendwelche Fehler, einen Virus oder der Rechner sei gehackt worden. Die Betrüger, die sich als gerne mal als Mitarbeiter eines Software-Unternehmens ausgeben, schlagen auch gleich eine Lösung vor. So soll der Angerufene eine Fernwartungssoftware installieren.

Wer das macht, öffnet den Betrügern Tür und Tor. So erst kürzlich geschehen in Eutingen in Gäu (Kreis Freudenstadt). Das Opfer, ein älterer Mann, wurde gleich zweimal Ziel der Betrüger. Beim zweiten Mal durchschaute er den Betrug glücklicherweise.

Wenn’s klingelt, wird’s kriminell

Haustürbetrug Fast schon altmodisch erscheint dagegen der analoge Haustürbetrug. Doch auch der kommt immer noch oft genug vor, und dies in unterschiedlichen Varianten. Manche Betrüger klingeln und versuchen, in die Wohnung zu gelangen – etwa, weil sie angeblich dringend auf die Toilette müssen oder gerne ein Glas Wasser trinken wollen. Ist der Bewohner kurz abgelenkt, klauen sie Wertgegenstände oder lassen gar unbemerkt eine zweite Person ein, die sich dann in der Wohnung „bedient“.

Eine andere Masche ist laut Polizei folgende: Die Betrüger werfen eine persönlich adressierte Nachricht in den Briefkasten ihres Opfers.

Angeblich sei dieses nicht zu Hause gewesen, als etwa ein Paket geliefert werden sollte. Der Angeschriebene solle deshalb unter einer bestimmten Telefonnummer zurückrufen – was hohe Kosten verursacht.

„Hallo Papa, das ist meine neue Nummer“

Messenger-Betrug Digital geht der Betrug über Nachrichten via Handy vonstatten. Beispielsweise per Whatsapp oder SMS gehen auf dem Telefon der Opfer Nachrichten ein. Darin heißt es etwa: „Hallo Papa, das ist meine neue Handynummer.“ Wer darauf hereinfällt, glaubt tatsächlich, dass es sich bei dem Sender um seine Tochter oder seinen Sohn handelt.

Wird über die neue Nummer kommuniziert, geht es in den Unterhaltungen bald darum, dass das vermeintliche Kind dringend Geld benötigt.