Karin Mörgelin las aus ihrem Krimiroman, ihr Ehemann Rainer Fribolin rundete den Abend musikalisch ab. Foto: Monika Merstetter Foto:  

Beim zweiten kulinarischen Krimiabend im Hirschenkeller in Weil am Rhein las Karin Mörgelin aus ihrem Buch „Die Wiese“.

Der Förderverein der Bücherei Haltingen hat mit der Autorin Karin Mörgelin wieder einen Volltreffer gelandet. Zudem trug ihr Mann Rainer Fribolin einige stimmige eigene Lieder vor, die ebenfalls bestens ankamen.

 

Beim Vorlesen aus ihrem vor zwei Jahren erschienenen Krimi, der sich rund um den Zuger See abspielt, fesselte die Schriftstellerin von der ersten Zeile an das Publikum im voll besetzten mit stimmungsvollem Licht erhellten Gewölbekeller. Präzise, detailliert geschrieben, setzte gleich das Kopfkino ein, als ein Maserati Ghibli Cabriolet Vintage und ein silbergrauer Volvo XC60 auf den Parkplatz der Zuger Bergbahn fahren und zwei illustre Männer ihre dunklen Sonnenbrillen absetzen. Schnell war klar, dass es im Bergrestaurant um die Schützenmattwiese, ein zum Verkauf stehendes unbebautes Seegrundstück geht, wobei nicht nur viel Geld sondern ebenso politische Interessen dahinter stecken.

Dann der Sprung in das dritte Kapitel bei dem der Sommer am See förmlich zu spüren ist. Dass die unkonventionell arbeitende Kommissarin Tabea Stocker, die Abkühlung am See genoss, genauso wie die ehemalige Haltingerin das ebenso genossen hat, als sie nach längerem Aufenthalt in Darmstadt im schweizerischen Zug sich niederließ, war förmlich zu spüren. Ja wenn da nicht eine Vermisstenmeldung, ein auf dem See treibendes leeres Boot und am östlichen Seeufer eine angeschwemmte Leiche gefunden worden wäre. Schnell nehmen die Protagonisten Konturen an: Die beiden Stand-Up Paddler, die Tauchschüler, der äußerst attraktive Beachvolleyball-Spieler und die das luftige Strandkleid aus- und anziehende Ermittlerin. Gerade, als es darum ging, die Leiche zu identifizieren, schloss die Autorin mit den Worten „Er ist es“ die spannende Einführung in ihr Buch. Es tat sich der Wunsch auf, sich gerade jetzt in dieser Jahreszeit genau mit diesem Buch zurückzuziehen um zu erfahren, wer ergattert das Grundstück und wer ist die Leiche und warum.

Anschließend nahm ihr ebenfalls aus Haltingen stammender Mann Rainer Fribolin die Gitarre zur Hand. Zwei der selbstkomponierten Musikstücke hatten einen direkten Bezug zu Haltingen. „Wind im Käferholz, da wo wir Schlitten gefahren sind, Äpfel geklaut und Kurmark geraucht haben“ hat er für seinen Vater Walter geschrieben. Oder die tragische Geschichte des Bauern und Familienvaters, der am Rangierbahnhof Arbeit gefunden hat und dessen Name aufgrund des Heldentodes 1918 jetzt auf dem Gedenkstein neben der Kirche steht. Genauso wie „Spotherbst“ mit Text geschrieben von seiner Frau beeindruckten die Lieder das Publikum.

Der Vorsitzende des Fördervereins Martin Fischer freute sich, dass es auch dieses Mal gelungen ist, eine Veranstaltung auf diesem Niveau zu organisieren. Mit dazu beigetragen, dass alles passte, hat auch die Gastlichkeit der Wirtsleute Susi und Jürgen Engler.