Die Zeit mit Peter Denlo in der Bücherei spricht viele Sinne an. Foto: Weisser

Mit einer Mischung aus Lesung, Erzählung und Kochkunst hat der Schweizer Schriftsteller und Schauspieler Peter Denlo die Zuhörer in der Dunninger Bücherei begeistert.

Büchereileiterin Nadja Broghammer und ihre Kollegin Tanja Hangst präsentierten den Besuchern in den Räumlichkeiten der Eschachschule eine außergewöhnliche Buchvorstellung.

 

Der Autor – er hat in Zürich vor 20 Jahren das Dinnerkrimi gegründet und ist ein großer Fan der asiatischen Küche – las nicht nur Passagen aus seinem fesselnden Kriminalroman „Zungentod“ vor. Denlo machte das Geschehen, das sich überwiegend in dem südostasiatischen Land Myanmar (früher hieß es Burma) abspielt, für die Zuhörer auch geschmacklich erlebbar.

Die Kombination aus spannender Krimilesung und live zubereiteten Gerichten kam beim Publikum hervorragend an. Von den 18 Kochrezepten, die sich im Buch befinden, pickte der Schweizer zwei heraus und bereitete die Speisen vor den Augen der Gäste zu.

Lesung Peter Denlo (rechts) mit Kochgehilfe Jochen. Foto: Weisser

Die zweieinhalbstündige Veranstaltung wurde für die Zuhörer so zu einem mehrfachen sinnlichen Erlebnis. Literarische Spannung und kulinarische Höhepunkte wechselten sich ab und sorgten für eine genussvolle Atmosphäre.

Bereits beim Betreten der Räumlichkeit schlugen den Gästen markante Düfte aus der asiatischen Küche entgegen. Neben seinem Buch hatte der Autor eine Wok-Pfanne, eine Induktionsplatte, frische Zutaten wie Zucchini, Auberginen, Zwiebeln und Knoblauch sowie verschiedene fernöstliche Gewürze mitgebracht.

Feuriges Gericht

Peter Denlo („Essen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen“) bereitete in der ersten Kochrunde ein feuriges burmesisches Tofu-Gericht zu. Im zweiten Durchgang durften die Zuhörer einen würzigen Fleischsalat mit Koriander verkosten. Doch bevor es mit dem Kochen losging, tauchte der in Zürich wohnhafte Schriftsteller direkt in die mörderische Geschichte ein.

Mia Casanova, Herausgeberin eines Schweizer Gourmetmagazins, stößt innerhalb weniger Tage auf zwei ermordete Leichen. Die Polizei glaubt nicht an Zufall und will Mia verhaften, doch diese beginnt selber zu ermitteln, um ihre Unschuld zu beweisen. Die Suche führt sie quer über den Globus, wo sie zwar neue Rezepte für ihre Zeitschrift entdeckt, aber auch zur Gejagten wird.

Williger Küchengehilfe

„So, das Blutigste habt ihr jetzt hinter euch“, beruhigte Denlo nach der ersten vorgelesenen Textpassage und nahm dann den Kochlöffel zur Hand. In Jochen fand der Schriftsteller und Hobbykoch einen willigen Küchengehilfen. Während die beiden die scharfen Chilis anrösteten, hörte man in den vorderen Reihen vereinzelt ein Husten. Er halte sich bei der Schärfe heute zurück, versprach Denlo.

Auf kleinen Löffeln wurde das Essen serviert – je nach Gusto mit mehr oder weniger Chili. Doch auch mit der „Dunninger Schärfe“ war das Tofu-Gericht noch recht feurig. Aber es schmeckte.

Burma und seine Historie

Denlo erzählte zwischendurch von Burma und seiner Geschichte. Kurz nach seinem Besuch im Jahr 2010 hätte Hoffnung bestanden, dass sich das Land der Demokratie öffnen würde. Doch nach einem Militärputsch sei Burma oder Myanmar wieder weit davon entfernt.

Der Abend klang bei Gesprächen, Getränken und asiatischen Snacks aus.