Die „Fünf im Glück“, von links: Heike Wagensommer, Frank Grammer, Hannelore Renz, Katrin Flug und Harald Löffler. Foto: Ranft

In der Pension „Fünf im Glück“ geht’s kriminell zu. Wie kriminell, das konnten die Besucher der Premiere dieses Theaterstücks im Adolph-Kolping-Saal erleben.

Eine äußerst gelungene Premiere feierten die Laienspieler der Kolpingsfamilie am Freitagabend im Adolph-Kolping-Saal. Zum ersten Male in ihrer 76-jährigen Geschichte mit einer Kriminalkomödie mit dem Titel „Halbpension mit Leiche“. Wir wollten einfach einmal was anderes machen, so die Leiterin der Gruppe Dorothee Heilig.

 

Die Voraussetzungen für diesen Abend waren eigentlich die für Ergenzingen üblichen. Das treue Premierenpublikum, darunter viele auswärtige Besucher, ging zunächst nur zaghaft mit, was sich allerdings schnell änderte. Es gab auch noch etliche freie Plätze, aber das war schon immer so. Jedenfalls bestand für Alfred Nisch vom Führungsteam der Kolpingsfamilie kein Grund zur Sorge. Ab Samstag haben wir ein volles Haus, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

„Schwere Jungs“ treten auf

Kurzum, der Dreiakter elektrisierte von Beginn an. Da saßen fünf ehemalige „Knackis“ zunächst mit ihrer Therapeutin Dr. Hufschleifer (Dorothee Heilig) in einer Selbsthilfegruppe zusammen. Die ehemalige Barkeeperin Britti (Kathrin Flug), der putzwütige Ingolf (Harald Löffler), das freundliche Tantchen Schneider (Hannelore Renz) die esoterische Tierliebhaberin Sunita (Heike Wagensommer), und Koch Horst (Frank Grammer). Allesamt hatten sie ihre Haftstrafen infolge ihrer begangenen Morde abgesessen und glaubten an ihre zweite Chance nach ihrem bislang verpfuschten Leben, die sie mit der Eröffnung ihrer Pension „Fünf im Glück“ nutzen wollten.

Von wegen „Atme und lächle“

Die Vergangenheit ließ sie allerdings doch nicht so richtig los. Da rühmte sich das Tantchen (Hannelore Renz) noch damit, seit vier Jahren und drei Monaten niemanden mehr umgebracht zu haben und Tierfreundin Sunita (Heike Wagensommer) tat kund, dass sie eine Frau, die einen Giftköder ausgelegt hatte, gezwungen habe, diesen selbst zu essen. Dennoch versuchten die fünf immer wieder ihrem Slogan „Atme und lächle“ gerecht zu werden.

Der arme Hajo (Markus Urban) muss einiges über sich ergehen lassen. Foto: Ranft

Mitten in die Vorbereitungen der geplanten Fünf-Sterne-Pension platzten dann als Pensionsgäste die Therapeutin Hufschleifer (Dorothee Heilig) und ihr gutmütiger Mann Hajo (Markus Urban). Dass seine Gattin ihn selbst gerne im Jenseits gesehen hätte, passte dann so richtig in das turbulente Stück, in dem sich die Akteure in Sachen Charaktere, Gestik und Mimik durch die Bank Glanznoten verdienten.

Rollen passgenau besetzt

Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Theatergruppe eine Meisterleistung in Sachen Rollenbesetzung gelungen war. Köstlich waren vor allem auch die mit Situationskomik geladenen und kurzweiligen, sporadischen Auftritte der fünf „Pensionsbetreiber“ und ihrer Gäste. Da gab es Lacher jede Menge, verbunden mit Beifall auf offener Bühne.

In der Kunst, eine Leiche unauffällig als Stehlampe zu nutzen,übten sich Koch Horst (Frank Grammer) und Ingo (Harald Löffler) Foto: Ranft

Dass dann mit Astrid (Larissa Liceras Escalante) noch eine Dame vom Hotelverband auftauchte und die Quadratmeterzahl der Pension wissen wollte – was zu bislang völlig unbekannten Rechnungsarten führte – sei nur am Rande erwähnt, und dass in dem ganzen Durcheinander auch noch ein Schockfroster und eine Stehlampe im Zusammenhang mit einer zumindest ethisch gut verpackten Leiche eine gewisse Rolle spielten, ebenfalls. Mehr sei dazu nicht verraten.

Weitere Aufführungen

Regie führte Dorothee Heilig. Die Soufflage oblag Ann-Kathrin Raible, Jenny Wagensommer und Lotta Urban. Für die Maske zeigten Annika Künnert, Jenny Wagensommer und Lotta Urban verantwortlich. Für die Technik Daniel Künnert. Für das Bühnenbild sorgten Joschim und Andreas Haas und Stefan Kilian. Gespielt wird noch am 10. Und 11. Januar um 19 Uhr und am 12. Januar 15 Uhr und 19 Uhr Karten für die letzten vier Veranstaltungen gibt es noch im Vorverkauf.