In seinem fünften Werk geht es laut Krimibuchautor Reiner Plaumann um Geheimnisse bei den ehemaligen Kelten der Heuneburg.
Die Geschichten sind quasi aus dem Leben gegriffen, auch wenn alles rein fiktiv ist. Ganz real hingegen sind die Schauplätze, die in den Kriminalgeschichten von Reiner Plaumann eine Rolle spielen. Der 62-jährige Familienvater ist nämlich gebürtiger Albstädter. „In Ebingen geboren, in Pfeffingen aufgewachsen, in Lautlingen beschäftigt und in Truchtelfingen wohnhaft“, lacht der Hobby-Autor. Damit hat er praktisch die Hälfte der Stadtteile Albstadts durch. Und weil er sich in seiner Heimat nun mal gut auskennt, spielen seine erdachten Geschichten auch hier.
Dieses Mal macht sein Protagonist Konrad Landberg allerdings auch immer wieder Ausflüge nach Herbertingen zur Heuneburg. Denn dort gab es – wenn auch nur für eine relativ kurze Zeit – eine Keltensiedlung. Auch wenn vom neuesten Krimi mit dem Titel „Keltenvermächtnis“ noch nicht allzu viel verraten werden soll, so berichtet der Keltenkenner Reiner Plaumann davon, dass die indogermanischen Volksgruppen, die vor rund 2600 Jahren gelebt haben, leider keine schriftlichen Aufzeichnungen irgendwelcher Art hinterließen. Was, wenn doch? Es wäre die Sensation schlechthin und würde alle Archäologen auf den Plan bringen, mutmaßt der Krimiautor augenzwinkernd.
Faszination für den Familienvater
Er selbst ist seit drei Jahren als sonntäglicher Führer im Heinbeburgmuseum tätig und hat sich deshalb viel mit der Geschichte der Kelten beschäftigt. Es fasziniert den zweifachen Familienvater, was die Menschen damals schon alles vollbracht haben. „Die Forschung geht immer weiter. Stetig gibt es neue Funde und neue Erkenntnisse“, berichtet Reiner Plaumann. Das Hauptgeschehen in „Keltenvermächtnis“ spielt sich dennoch in Albstadt ab. Hier gibt es einen Toten. Und wieder einmal wird die Hauptfigur Konrad Landberg quasi in diese Umstände mit hineingezogen. Seine Krimis seien keineswegs blutrünstig, beruhigt der Autor, weshalb sie auch gut als Lektüre für Jugendliche geeignet seien.
Im jugendlichen Alter von damals zwölf Jahren habe ihn sein ältester Sohn gedrängt, seine Geschichten zu veröffentlichen, blickt der Albstädter zurück. Er habe schon immer gerne geschrieben, schon als er selbst Jugendlicher war. Aber zur Veröffentlichung habe ihn letztlich sein Sohn überredet. Der Krimi „Bikespur“ wurde im Jahr 2008 gleich zum Erfolg. Das Buch spielt – wie könnte es anders sein – während des Bikemarathons in Albstadt. Ein örtlicher Verlag brachte die Lektüre heraus und organisierte auch gleich eine Lesung bei Sport-Rebi, bei der es zahlreiche Besucher gab.
Fester Leserkreis
Immer wieder fragt ein fester Leserkreis bei Reiner Plaumann nach, wann denn der nächste Titel erscheine. Nach und nach kamen „Strafstoß“, „Kreisläufer“, „Alb-Florenz“ und nun „Keltenvermächtnis“ zusammen. Denn die Entstehung braucht seine Zeit: zwischen zwei und drei Jahren. Schließlich ist der Autor nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik hauptberuflich als Softwareentwickler tätig.
Das Schreiben von Krimis sei für ihn ein Ausgleich. „Wenn ich mich in die Geschichten hineinversetze, dann bin ich in einer anderen Welt und schalte ab, vergesse alles um mich herum“, so Reiner Plaumann. Und da er selbst gerne Krimis liest, hat er sich auch diesem Genre verschrieben.
Wen wundert es, dass Protagonist Konrad Landberg ebenfalls Softwareentwickler ist? Allerdings freiberuflich, damit er auch Zeit für seine kriminalistischen Recherchen hat. „Das bin aber nicht ich“, lacht der Autor. Diesen Beruf habe er seiner Hauptfigur nur verpasst, weil er sich damit eben am besten auskenne. Das strategische Denken eines Softwareentwicklers hilft Reiner Plaumann auch dabei, die Grundstruktur seiner Geschichten anzulegen. Zunächst gibt es einen groben Plan auf dem Papier und ein Ziel, das man erreichen will, und dann bereitet man den Weg dorthin und füllt ihn mit Leben.
Ein ganz besonderes Gefühl
Bei seinem allerersten Buch, das er beim Schlendern im Osiander in den Regalen sah, war es für den Albstädter schon ein ganz besonderes Gefühl. Und auch jetzt kann er mit Stolz verkünden, dass es sein neuestes, sein fünftes, Werk im Buchhandel und bei Onlineshops zu kaufen gibt. An die nächste Ausgabe denkt er im Moment noch nicht. „Aber das Buch ist so geschrieben, dass es weitergehen kann“, meint Reiner Plaumann. Und damit dürften seine Fans beruhigt sein und sich mit Wonne auf die druckfrische Lektüre stürzen.
„Muss die Geschichte Europas neu geschrieben werden“, lautet der Untertitel des Kriminalromans „Keltenvermächtnis“. Er ist bei Books on Demand als Softcover mit 240 Seiten erschienen und kostet 13,99 Euro.