Bernd Leix ist nicht nur ein streitbarer Stadtrat, sondern auch ein talentierter Krimi-Autor. Gemeinsam mit dem Autoren-Duo Edi Graf und Veronika Wieland sorgte er nun für eine spannende Lesung. Zumindest ist diesmal niemand in Ohnmacht gefallen.
Einen sehr kurzweiligen Leseabend – Sekt, Trüffelkekse und Schauermomente inklusive – erlebten Abonnenten des Schwarzwälder Boten in der Thalia-Buchhandlung mit Bernd Leix, Edi Graf und Veronika Wieland. Spontan oder nach Voranmeldung einfach vorbeikommen: Das konnte man bei dieser Lesung nicht. Wer da war, der hatte sich zuvor am Abonnenten-Gewinnspiel des Schwarzwälder Boten beteiligt und das Glück gehabt, eine von 20 Eintrittskarten – jeweils mit Begleitung – zu gewinnen.
Ein Gläschen Sekt zur Begrüßung und die Möglichkeit, noch vor dem Start nach Lust und Laune in den Bücherregalen zu stöbern, stimmten auf den Abend ein. Timo Fasching, der Leiter des Verlagsmarketings beim Schwarzwälder Boten, begrüßte die Gäste. Er versprach mit „Trüffel to go“ von Edi Graf und Veronika Wieland sowie „Silberwolf“ von Bernd Leix einen „tollen Leseabend“ – und er sollte recht behalten.
Die Halbwelt der Trüffel
Den Auftakt machte Edi Graf mit Veronika Wieland, die die Gäste mit „Dobro Vece“ willkommen hieß – passend zur Trüffelgegend Istrien, in der Wieland ihre Wurzeln hat. Beide kommen aus Rottenburg und haben schon beim Vorgängerkrimi „Maultaschen in Love“ als Co-Autoren erfolgreich zusammengewirkt.
Die im Wechsel vorgelesenen Passagen spielten überwiegend im Schwarzwald. Sie entführten die Zuhörer aber eben auch in die Heimat des weißen Trüffels nach Istrien. Wer bis dato noch nichts von den Machenschaften der „Trüffelmafia“ gehört hatte, ging auf jeden Fall nach der Lesung schlauer nach Hause als er gekommen war. Das Autoren-Duo hatte als Vorbereitung für das Buch nämlich kräftig recherchiert, um die Geschichte authentisch zu machen und eben auch einen kulinarischen Kontrast zu den „schwäbischen Maultaschen“ des ersten gemeinsamen Werkes zu setzen.
Es geht in dem Buch um die Sterneküche, um Frauenpower und nicht zuletzt auch um exklusive Einblicke in die Welt der Trüffel. Sogar die Rezepte eines Sternekochs werden mitgeliefert. Die Info, dass beispielsweise zwei kleine Trüffel eben nicht dasselbe sind wie ein großer Trüffel, war nur eine der Infos, die man zwischen den Zeilen vermittelt bekam.
Nach der Pause – mit Wasser, Wein und Trüffelkeksen „vom Fass“ – sorgte Autor Bernd Leix mit seinem ziemlich blutrünstigen Silberwolf-Krimi doch für ein gewisses Erschaudern im Raum. Leix ist studierter Forstwirtschaftler, sitzt für die „Bürgeraktion“ im Gemeinderat und hat seit 2005 schon zahlreiche Krimis geschrieben.
Ziemlich blutig
Er schreibe stets mit viel Lokalkolorit, so Fasching bei der Ankündigung, aber eben auch mit jeder Menge Blut und sehr detaillierten Mordschilderungen. Denen hat in der Vergangenheit offenbar nicht jeder Kreislauf standgehalten. Eine Zuhörerin sei ihm deshalb schon bewusstlos während einer Lesung in die Arme gesunken, erzählte Leix. Eine andere habe mit einem Schrei die Lesung verlassen, als er die herausquellenden Augen des Opfers als Folge der zugezogenen Halsschlinge beschrieben habe.
Doch zumindest bei der aktuellen Lesung hatte das Publikum stärkere Nerven: Alle Zuhörer sind bis zum Ende geblieben und hatten sichtlich Spaß. Nach der Lesung nutzten zahlreiche Zuhörer die Gelegenheit, ihre nagelneuen Bücher von Leix, Graf und Wieland signieren zu lassen.
Die Bücher
Preise
„Trüffel to go“ kostet 15,95 Euro, „Silberwolf“ 18 Euro. Beide Bücher sind unter anderem in der Thalia-Buchhandlung erhältlich.