Das hellgrüne Gebäude in der Hechinger Straße 3 wird als Asylunterkunft genutzt. Die Gemeinde prüft, ob eine Mehrbelegung der gemeindeeigenen Gebäude möglich ist, um weitere Flüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen. Foto: Gern

Der Platz wird für Flüchtlinge aus der Ukraine in Bisingen knapp. Die Gemeinde sucht weitere Unterbringungsmöglichkeiten. So wird geplant.

Bisingen - 70 ukrainische Flüchtlinge sind derzeit in Bisingen gemeldet, sie alle sind privat untergebracht.

"Die Gemeinde Bisingen ist Eigentümerin von sieben Gebäuden, die zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden dient", berichtet Carolin Landenberger, stellvertretende Hauptamtsleiterin im Rathaus, unserer Redaktion.

Bislang sind die Geflüchteten aus der Ukraine allerdings privat untergebracht. Doch mehr als ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn melden sich mittlerweile Eigentümer, die sich eine andere Lösung wünschen.

"In vereinzelten Fällen kamen Eigentümer und Eigentümerinnen auf uns zu und haben sich nach einer anderweitigen Unterkunft für Aufgenommene aus der Ukraine erkundigt", erklärt Landenberger

Seit Ende Februar 2022 hat Baden-Württemberg mehr als 128  000 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen, darunter gut 47 000 Kinder oder Jugendliche. Die steigenden Zahlen machen neue Quoten notwendig. In Kürze wird klar sein, wie viele Geflüchtete Bisingen aufnehmen muss. "Konkrete Zahlen können hierzu im Moment nicht genannt werden, da noch Rücksprachen mit dem Landratsamt abzuwarten sind", betont Landenberger.

Die Gemeinde sucht weitere Unterbringungsmöglichkeiten. Auch Bürger sind wieder gefragt. "Wir sind dabei, erneut nach Wohnraum aufzurufen und bitten die Bevölkerung, leerstehenden Wohnraum zur Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung zu stellen", so Landenberger, die die Ukraine-Task-Force der Gemeinde leitet.

"Neben dem Aufruf nach privatem Wohnraum machen wir uns aber auch intensive Gedanken zur Mehr-Belegung bestehender kommunaler Unterkünfte", betont sie. Diese seien jedoch bereits gut ausgelastet. 4,5 Quadratmeter Mindestwohnfläche seien pro Person veranschlagt, aber "es muss auch menschlich bleiben", sagt Landenberger unserer Redaktion.

Als Priorität eins nennt die Task-Force-Leiterin daher, leerstehenden Wohnraum zu belegen. Sie rechnet allerdings damit, dass die Bereitschaft der Bürger, ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen, wohl nachlassen werde. Entsprechende Erwartungen gebe es bereits vonseiten des Landes Baden-Württemberg. Hinzu komme die gestiegene Inflation. Sie belaste viele, "sie haben es selbst schon schwer".

Ohne ausreichend Privatunterkünfte oder eine weitere Belegung der sieben Gebäude in Gemeindebesitz bleibt nur die Schaffung neuen Wohnraums. Aber ruck, zuck Häuser aus dem Boden stampfen? Container für Flüchtlinge? Unklar. Ein Neubau sei zwar eine Möglichkeit, "aber wir schauen eher nach kurzfristigen Lösungen". Derzeit werde in alle Richtungen geplant. In Kürze soll das Thema auch im Gemeinderat auf den Tisch kommen.