Das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim begeisterte mit Solist Oleh Kurochkin beim Alpirsbacher Kreuzgangkonzert.
Dem jungen Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim gelang es bei seinem Konzert am Samstagabend in Alpirsbach geradezu vom ersten Ton an, mit seinem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Konzertprogramm die zahlreich erschienenen Konzertbesucher zu begeistern.
Das in kleiner Besetzung spielende Orchester nahm sein erwartungsfrohes Publikum mit Joseph Haydns Divertimento A-Dur, mit Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento D-Dur KV 136, mit Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Serenade für Streicher in C-Dur op 48 und dem Violinkonzert in D-Moll für Solovioline und Streicher von Felix Mendelssohn Bartholdy mit auf eine Reise durch die Klassik.
Als Solist in der New Yorker Carnegie Hall
Die Mannheimer Musiker, allen voran der ukrainische Violinist und Solist Oleh Kurochkin, bescherten ihrem Publikum ein grandioses Klangerlebnis. Kurochkin, 1994 als Sohn einer Musikerfamilie auf der Halbinsel Krim geboren, wurde in seiner jungen Laufbahn bereits mit vielen Auszeichnungen geehrt. Auch trat der erste Geiger des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin bereits in den renommiertesten Konzertsälen der Welt auf, unter anderem als Solist in der New Yorker Carnegie Hall.
Bei seinem Auftritt im Alpirsbacher Kreuzgang entführte Kurochkin sein geradezu gebannt lauschendes Publikum in Klangsphären – und bescherte diesem damit bereits vom ersten Ton an ein Klangerlebnis der besonderen Art. Herrlich dabei Haydns heiteres Divertimento, das einen trotz des trüben Wetters in luftige Höhen entführte.
Flotter Wechsel der Tempi
Überragend war die Spielweise des gesamten Orchesters, die Reinheit der Klänge, die perfekte Modulation, der flotte Wechsel der Tempi sowie der Gleichklang zwischen Orchester und Solist. Auch beim Pizzicato überzeugten die gefühlvollen Streicher, während Kurochkin mit seiner Cadenz in Mendelssohns Violinkonzert sein Publikum zu Beifallsstürmen und tosendem Applaus hinriss.
Den krönenden Abschluss bildeten die schwungvollen, ausgelassenen Walzermelodien in Tschaikowskis Streicher-Serenade. Störfaktoren wie der in der zweiten Konzerthälfte einsetzende leichte Regen, der die Zuhörer aus dem Innenhof vertrieb, oder das Klingeln eines Handys waren dabei lediglich Hintergrundmusik.
Eine willkommene Ablenkung bot dagegen der Förderverein Freibad Alpirsbach, der vor der Vorstellung und in der Pause das Festpublikum bewirtete.
Publikum reist aus ganz Baden-Württemberg an
Auch der Vorsitzende des Vereins Alpirsbacher Kreuzgangkonzerte, Daniel Fischer, zeigte sich mit dem dritten Kreuzgangkonzert des Jahres höchst zufrieden. Gelingt es doch den ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern seit vielen Jahrzehnten, bekannte Orchester nach Alpirsbach zu holen. Viele Musiker kommen gleich mehrfach – sehr zur Freude des treuen Stammpublikums, das hierfür teilweise aus ganz Baden-Württemberg anreist.
Auch das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim, das sich seit seiner Gründung im Jahr 1952 in besonderem Maße der Wiederentdeckung und Pflege der Mannheimer Schule verpflichtet hat, war bereits sechsmal zu Gast bei den Kreuzgangkonzerten.