Nach jahrelangem Verfahren hat der Gemeinderat den Bebauungsplan beschlossen. Auf knapp vier Hektar soll dringend benötigter Wohnraum entstehen.
Nach rund fünf Jahren ist es nun endlich so weit: Am Kreuzberg in Hausach entsteht ein neues Baugebiet. Der Hausacher Gemeinderat hat in seiner Sitzung im Rathaus den Bebauungsplan Kreuzberg II beschlossen.
Auf knapp vier Hektar Fläche sollen 42 Bauplätze mit Einzel- und Doppelhäusern sowie zwei Mehrparteienhäuser entstehen – denn Wohnraum werde schon länger dringend gebraucht, sagte Thomas Kernler von der Planungsfirma Zink Ingenieure. Zwar seien in Hausach in den vergangenen Jahren einige Häuser gebaut und damit Wohnraum geschaffen worden, diese Entwicklung reiche allerdings zur Versorgung der Bevölkerung nicht aus.
Die Lage sei nicht optimal, aber die Stadt habe auch keine Alternative
Der Standort oberhalb des bestehenden Wohngebiets Kreuzbühl gilt zugleich als nicht ideal: Die Lage am Nordhang könne zu Verschattung führen, außerdem sei die Zufahrt eng. Allerdings stehen der Stadt Hausach keine Alternativen zur Verfügung. Laut dem Verband Region Südlicher Oberrhein gibt es in der Stadt noch Baulücken mit insgesamt 4,2 Hektar Fläche – diese liegen aber in Privatbesitz und werden deshalb nicht vollständig angerechnet. Die Stadt selbst habe keine freien Bauplätze mehr.
Das Verfahren für das Baugebiet Kreuzberg II hatte sich über mehrere Jahre hingezogen. Ein erster Beschluss zum Bebauungsplan war bereits 2021 gefasst worden, damals im beschleunigten Verfahren. Nach einem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Juli 2023 war diese Vorgehensweise nicht mehr zulässig, weil nicht auf eine Umweltprüfung verzichtet werden dürfe. Die Stadt rollte das Verfahren daraufhin neu auf. Der Gemeinderat billigte den Bebauungsplanentwurf am 23. September 2024 erneut, anschließend wurde der Entwurf mehrfach öffentlich ausgelegt.
Unter anderem wurde ein unverhältnismäßiger Flächenverbrauch moniert
Kernler stellte in der Sitzung vor, welche Bemerkungen und Mängel die Träger öffentlicher und privater Belange eingereicht hatten: Unter anderem wurde ein unverhältnismäßiger Flächenverbrauch moniert. „Aber wenn es eine andere Möglichkeit gäbe und insbesondere die Baulücken geschlossen werden könnten, wäre das Neubaugebiet nicht notwendig“, erklärte der Planer. Auch eine geforderte Rückhaltung für Regenwasser sei laut Wasserwirtschaftsamt nicht notwendig und die Ableitung des Regenwassers über Straßen und Gräben sei bei Starkregen nicht vermeidbar.
In Sachen Verschattung, die als erheblich eingestuft wurde, hatte er überraschende Neuigkeiten: „Gerade im östlichen Bereich gibt es jetzt schon eine sehr starke Verschattung und die wird in Teilen sogar etwas besser, weil wir den Wald zurücknehmen. Die weitere Verschattung ist zumutbar.“
Während der Bauarbeiten soll es ein System mit Einbahnstraßen geben
Weil die Stadt Hausach über Wohnbauflächenreserven von 7,3 Hektar im Flächennutzungsplan verfügt, wird der Flächenbedarf nicht neu geschaffen, sondern die Flächen getauscht und an den Kreuzberg verlegt. Für die neue Wohnbaufläche wird eine Wohnbaufläche im Gebiet Hechtsberg mit 1,2 Hektar sowie eine Fläche im Kinzigvorland mit 1,5 Hektar aus dem Flächennutzungsplan gestrichen. „Dort war wegen des Immissionsschutzes beziehungsweise des Überschwemmungsgebiets ohnehin keine Wohnbebauung möglich.“
Während das Baugebiet erschlossen wird, sollen die Zu- und Ausfahrt für Lastwagen getrennt werden, um Begegnungsprobleme an der Engstelle Am Bühlhof und Dietersbachstraße zu vermeiden. Wer den Berg hinauffährt, soll als Einbahnstraße den Wirtschaftsweg Kreuzbergstraße nutzen, wer den Berg hinunterfährt, soll über Dietersbachstraße und Am Bühlhof fahren. Später sollen die Anwohner nur noch über die Straße Am Bühlhof fahren können und die Kreuzbergstraße nur für Fußgänger begehbar sein. Innerhalb des Neubaugebiets soll es eine Ringstraße geben, die in der Mitte um alle Bauplätze herumführt.
Mit dem einstimmigen Beschluss des Hausacher Gemeinderats über Bebauungsplan und örtliche Bauvorschriften als Satzung sowie dem Flächentausch ist nun eine große Hürde in Richtung mehr Wohnraum geschafft. Dem Flächentausch muss die Verwaltungsgemeinschaft Hausach-Gutach auch noch zustimmen.