Die Kreuze schmücken die Säulen vor dem Eingang zur Stadtkirche Schiltach. Foto: Wegner

Im April letzten Jahres mussten die alten angerosteten Kreuze auf den Portalsäulen der evangelischen Stadtkirche entfernt werden, am Donnerstag dieser Woche konnten die neuen wieder angebracht werden.

Schiltach - "Da fehlt etwas auf den Portalsäulen, das wurde immer wieder aus dem Städtle und von Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde an uns herangetragen", berichtete die Kirchengemeinderatsvorsitzende Ursula Buzzi. Ziemlich genau vor vier Jahren, so Buzzi, vor dem 175-jährigen Jubiläum der Stadtkirche an Pfingsten 2018 war festgestellt worden, dass das Mauerwerk und die Brüstung am Hauptaufgang marode sind und dringend saniert werden müssen: Die Fugen zwischen den Brüstungssteinen waren ausgespült und ausgebrochen, ebenso bei der Mauer des unteren Vorplatzes.

Entwurf von Eduard Trautwein

Auch die Kreuze auf den vom Künstler Eduard Trautwein 1937 entworfenen und gebauten Säulen waren verrostet und wurden im April 2021 im Zuge der Sanierung des Mauerwerks zusammen mit der alten Elektroinstallation für die Neonbeleuchtung entfernt. Die großen viereckigen Löcher für die Transformatoren im rückwärtigen oberen Bereich der Säulen wurden wieder durch einen Stein verschlossen. "Die Säulen selbst mussten stehen bleiben, das verlangte das Denkmalamt", erklärte Buzzi.

Möcke steigt auf das Thema ein

Aber ohne die vertrauten Kreuze fehlte etwas. Auf der Suche nach einer Lösung kam Buzzi mit Metallbaumeister Thomas Möcke zusammen, den diese Aufgabe nicht mehr los lies: Er machte einige Entwürfe, von denen der Kirchengemeinderat schließlich einen auswählte. Möcke beschloss, nicht nur Entwürfe zu machen, sondern auch die Herstellung und Montage der Kreuze aus Stahl der evangelischen Kirchengemeinde zu spenden.

Am Donnerstag hat er sie auf den Säulen an stabilen Halterungen aus Metall anbringen lassen. Und Malermeister Markus Roth legte noch letzte Hand an mit dem Pinsel, damit der Rost keine Chance hat.

Berührendes Projekt

Jetzt stehen die Säulen nicht nur als architektonisches Monument der 1930er-Jahre vor der Kirche, sondern haben auch wieder ihre Funktion als Träger der Kreuze. "Dieses Projekt war für alle Beteiligten sehr berührend, solche Entscheidungen trifft man ja nicht alle Tage beziehungsweise nicht einmal alle Jahre", stellte Buzzi fest.