Das Neue Schloss im Scheinwerferlicht Foto: Petsch

Die Direktorin des Landesmuseums Württemberg, Cornelia Ewigleben, will die Chance nutzen, im Neuen Schloss in Stuttgart "ein Schaufenster für unsere Sammlung" einzurichten.

Winfried Kretschmann höchstpersönlich geleitet am Samstag interessierte Bürger durch sein Reich. Das Neue Schloss in Stuttgart wird von Dezember an wieder für Führungen geöffnet sein.

Stuttgart - Erstmals entwickelt eine prominente Kulturschaffende eine konkrete Idee dafür, wie das Neue Schloss als Bürgerschloss genutzt werden könnte. Cornelia Ewigleben, Direktorin des Landesmuseums Württemberg, möchte dort Teile der Sammlung ausstellen, die aus Platzgründen im Alten Schloss im Magazin lagern müssen.

Die Debatte um eine Öffnung des Prachtbaus gewinnt durch Ewiglebens Vorstoß an Fahrt. „Wenn es gelungen ist, den Louvre in Paris für die Kultur zu öffnen“, sagte sie unserer Zeitung, „muss dies doch auch der Anspruch für das Neue Schloss sein.“

Das Neue Schloss aber solle kein Museum werden. „Überzeugend“ ist für sie „gerade das offene Konzept eines Bürgerschlosses mit verschiedenen Nutzungen“, sagte Ewigleben. „Auf diesem Weg ist unser Ziel klar – ein Schaufenster für das Landesmuseum Württemberg im Neuen Schloss“.

„Bürgerschloss“-Konzept von Johannes Milla

Der Vorschlag der Museumschefin kommt – möglicherweise nicht zufällig – zu einem Zeitpunkt, da auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wieder mehr Bürger ins Neue Schloss lassen will. ­Kretschmann selbst wird am 7. Dezember den ersten von mehreren Rundgängen durch den Mittelteil des Schlosses führen. Außerdem können sich Heiratswillige ab 14. Februar 2014 im Marmorsaal trauen lassen.

Im April 2012 hatte unsere ­Zeitung mit der Präsentation eines „Bürgerschloss“-Konzepts des international ­tätigen Stuttgarter Ausstellungsgestalters ­Johannes Milla die Diskussion um die ­Zukunft des Neuen Schlosses neu an­gestoßen. Dessen großen Wurf hält die Landesregierung aber offensichtlich für nicht machbar. So hat eine Arbeitsgruppe aus Ministeriumsbeamten etwa den Einbau eines Cafés oder Restaurants aus Kostengründen wieder verworfen.

Seit dem Wiederaufbau in den späten 1950er Jahren wird das Neue Schloss in Stuttgart in weiten Teilen für Ministerienbüros des Landes Baden-Württemberg ­genutzt.