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Kremlkritiker Nawalny erholt sich im Schwarzwald

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Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny kommt im Schwarzwald unter. Foto: Zemlianichenko

Ibach - Schwer vergiftet lag er tagelang im Koma. Dann wurde er aus der Berliner Charité entlassen. Jetzt haben Zeugen den Kremlkritiker beim Spaziergang im Südschwarzwald gesehen. Offenbar macht der 44-Jähre dort eine Reha.

Großaufgebot der Polizei unterwegs

Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny verbringt einen Erholungsurlaub in der 400-Seelen-Gemeinde Ibach (Kreis Waldshut) im Südschwarzwald. Seit Dienstag ist in dem Ort ein Großaufgebot der Polizei unterwegs. Das Rathaus hält sich natürlich bedeckt ("Wir dürfen nichts sagen, tut uns leid") und verweist auf die Pressestelle der Polizei.

Deren Sprecherin Laura Riske in Freiburg bestätigte am Mittwoch zunächst aber lediglich, dass es eine "Schutzperson" im Land Baden-Württemberg gebe, auf die man aufpasse. Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser machte gegenüber Medien keine näheren Angaben zur Ankunftszeit und möglichen Länge von Nawalnys Abstecher, betonte aber, dass auch früher schon gern Prominente die Abgeschiedenheit der Gemeinde gesucht hätten.

Längere Zeit im künstlichen Koma

Bekannt war das Dorf in den vergangenen Jahren aber vor allem als Stützpunkt der Sekte "Fiat Lux" geworden, deren Anführerin Uriella Anfang 2019 im Alter von 90  Jahren starb.

Zeugen haben Nawalny Medienberichten zufolge jedoch bei Spaziergängen gesehen. Angeblich habe der 44-jährige­ schon vor drei Tagen eine Ferienwohnung im Schwarzwald bezogen. Der Oppositionspolitiker, dessen mutmaßlicher Schwarzwald-Aufenthalt auch in der Schweiz für Schlagzeilen ("Russlands Staatsfeind hält sich nahe der Schweizer Grenze auf") sorgt, war zuletzt wochenlang in der Charité in Berlin behandelt worden, nachdem er im August auf einem Inlandsflug in Sibirien Opfer eines Anschlags mit einem Nervengift geworden war. Danach hatte der 44-Jährige­ längere Zeit im künstlichen Koma gelegen.

Sanktionen gegen Russland folgen

Die EU wird unterdessen wegen des Anschlags auf Nawalny sechs Personen und eine Organisation aus Russland mit Sanktionen belegen. Darauf einigten sich Vertreter der EU-Staaten am Mittwoch in Brüssel. Der russische Außenminister Sergej Lawrow reagierte in einem Interview mit einem Moskauer Radiosender prompt und kündigte "spiegelgenaue" Gegensanktionen an. Diese gleichwertige Antwort – also ebenfalls eine Liste mit Namen – sei Praxis in der Diplomatie, sagte Lawrow.

Die EU-Strafmaßnahmen, die Einreiseverbote und Vermögenssperren umfassen, sollen nun im schriftlichen Verfahren formell beschlossen werden. Sie könnten damit bereits an diesem Donnerstag in Kraft treten.

Bei den betroffenen Personen wird es sich nach Informationen aus EU-Kreisen um Verantwortungsträger aus dem Kreml und aus dem russischen Sicherheitsapparat handeln. Namen wurden allerdings zunächst nicht genannt, um zu verhindern, dass die Betroffenen möglicherweise in der EU vorhandene Vermögenswerte vor dem offiziellen Sanktionsbeschluss in Sicherheit bringen können.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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